Massenmedien und Strafurteil

Eine rechtsvergleichende normorientierte Forschung zum Phänomen »mediale Verurteilung«

2012. Tab., Abb.; XVI, 348 S.
Available as
35,00 €
ISBN 978-3-428-13945-3
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Description

Die Arbeit ist ein Beitrag zur Erforschung der Spannungslage zwischen den Massenmedien und dem strafgerichtlichen Urteil, wobei das besondere Phänomen »mediale Verurteilung« in China hauptsächlich aus dem strafrechtlich normorientierten Blickwinkel untersucht und die deutsche Situation rechtsvergleichend herangezogen wird. Die Entstehung und der normative Zustand dieses besonderen Phänomens beziehen sich in groben Zügen auf zwei unterschiedliche Problemfacetten: Bei der äußeren Facette handelt es sich darum, dass die Medienwirkung in justizfremden Druck umgewandelt wird, der sich direkt auf die Justiz auszuwirken vermag. Bei der inneren Facette geht es darum, dass die Medienwirkung selbst als normatives Element bei der konkreten Rechtsanwendung in China rechtsdogmatisch berücksichtigt werden kann. Daher stehen die theoretischen und strafrechtsdogmatischen Analysen zur Frage der Medienwirkung in der Straftatlehre und Strafzumessungslehre im Brennpunkt der Arbeit. Die Untersuchung zur »medialen Verurteilung« bringt ans Licht, dass das Verlangen der Modernisierung des chinesischen Strafrechts die chinesischen Juristen dazu drängt, eine »Renaissance« der formalen Rationalität des Rechts sowohl im Bereich der Rechtsinstitutionen als auch auf dem Gebiet der Rechtskultur zu initiieren.

Overview

Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 2: Die äußere Facette der medialen Verurteilung: Die außerstrafrechtlichen Auswirkungen der Massenmedien auf das Strafurteil

Einleitende Bemerkung: Mediale Vorverurteilung oder mediale Verurteilung? – Die Gesamtdarstellung der äußeren Facette der medialen Verurteilung am Beispiel des Ausgangsfalls – Eingehende Darlegung der Hintergründe der äußeren Facette der medialen Verurteilung: Die Interpretationen zur Situation in China – Die auf die äußere Facette bezogene Verhinderung der medialen Verurteilung in Deutschland – Gesamtbetrachtung der Problematik: Stellungnahme und Überleitung

Kapitel 3: Die innere Facette der medialen Verurteilung (I): Medienwirkung und die allgemeine Straftatlehre im Hinblick auf den Sozialschädlichkeitsbegriff im materiellen Strafrecht

Einleitende Bemerkung – Überblick über die Situation in China: Die Medienwirkung in der Blickrichtung der herkömmlichen chinesischen Verbrechenslehre: Tatumstand als Tatbestand? – Die Medienwirkung und das materielle Strafrecht im Blickfeld der deutschen Straftatlehre – Vergleichung, Kritik, Vertiefung und zusammenfassende Bemerkung

Kapitel 4: Die innere Facette der medialen Verurteilung (II): Medienwirkung und Strafzumessung

Einleitende Bemerkung – Die theoretische und rechtspraktische Zulässigkeit der Medienwirkung in der Strafzumessung in China – Die Vermeidung der Einbeziehung der Medienwirkung in die Strafzumessung in Deutschland im Kontrast zu China

Kapitel 5: Zusammenfassung und die wesentlichen Ergebnisse in Thesenform

Literaturverzeichnis

Press Reviews

»Durch die Feststellung der deutlichen Auswirkungen der Medien auf die Strafurteile in China und deren kritische Kommentierung erhält die rechtswissenschaftliche Dissertation von Qi Xiong Elemente einer gesellschaftskritischen Studie. Insbesondere deswegen handelt es sich um eine sehr lesenswerte Untersuchung.« Prof. Dr. Andreas Peilert, in: Archiv für Kriminologie, Bd. 232, 5-6/2013

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