Föderalismus zwischen Freiheit und Effizienz

Der Beitrag der ökonomischen Theorie zur Gestaltung dezentralisierter politischer Systeme

1997. Abb.; 288 S.
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Beschreibung

Welchen Beitrag kann die ökonomische Theorie leisten, wenn es darum geht, eine adäquate, institutionelle Form für die Zusammenarbeit von verschiedenen, grundsätzlich souveränen Gebietskörperschaften zu finden? Diese Frage, deren aktueller Hintergrund die Integration der europäischen Staaten hin zu einer politischen Union darstellt, steht im Mittelpunkt des vorliegenden Buches. Die Untersuchung zeigt, daß auf der Basis der vorhandenen ökonomischen Theoriebausteine ein geschlossener Analyserahmen entwickelt werden kann; dieser ist in der Lage, in allen Phasen des Designprozesses wichtige Informationen darüber zu liefern, welche Zusammenhänge und Probleme bei einem solchen Design dezentralisierter Strukturen zu beachten sind und wie diese Probleme gelöst werden können. Diese Aussage gilt sowohl in bezug auf eine komplette Neugestaltung dezentralisierter politischer Systeme als auch für Reformen von bestehenden Strukturen.

Zur Herleitung dieser Ergebnisse werden sowohl traditionelle Theorieansätze des fiskalischen Föderalismus als auch solche der Neuen Institutionenökonomik dargestellt und auf ihre Leistungsfähigkeit hin untersucht. Zu den neueren Ansätzen, die analysiert werden, zählen u. a. der Constitutional-economics-Ansatz von Buchanan, die Transaktionskostenökonomik nach Williamson und Alchian sowie Modelle der Public-choice-Theorie. Alle vorgestellten Modelle werden anhand der Normen Freiheit und Effizienz beurteilt: zum einen in bezug auf die Bereitstellung öffentlicher Leistungen innerhalb einer gegebenen institutionellen Gliederung, zum anderen in bezug auf die Gliederung des politischen Systems selbst.

Die Analyse zeigt, daß die traditionellen ökonomischen Ansätze eher in der Lage sind, die effiziente Bereitstellung öffentlicher Leistungen innerhalb einer gegebenen (Staats-)Gliederung zu gewährleisten. Entsprechend behandeln sie institutionelle Aspekte, die diese Gliederung direkt betreffen, allenfalls am Rande. Gerade diese Fragestellungen bilden hingegen den Analyseschwerpunkt der betrachteten Theorieansätze der Neuen Institutionenökonomik. Sie tragen mithin dazu bei, die bestehenden Schwächen und Lücken im Theoriegebilde der traditionellen Ansätze zu beseitigen, indem sie die Kosten, die mit dem Agieren in und dem Betreiben von dezentralisierten politischen Strukturen verbunden sind, ebenso berücksichtigen wie die Anreize, denen die Akteure innerhalb dieser Strukturen unterliegen. Durch die Zuordnung der verschiedenen Ansätze auf unterschiedliche Phasen des Designprozesses von dezentralisierten politischen Strukturen läßt sich letztlich ein geschlossenes Theoriegebäude entwickeln.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Die Diskussion um dezentralisierte politische Systeme - Teil 1: Dezentralisierte politische Systeme und traditionelle Ökonomik: Grundzüge der Kollektivgütertheorie - Die Abwanderung als Sanktionsmechanismus - Die Wirkung von Spillovers - Grenzen der Abwanderung und Wahlen als Alternative - Teil 2: Dezentralisierte politische Systeme und Neue Institutionenökonomik: Die Kosten der dezentralisierten Staatsgliederung - Das Verhalten der politischen Akteure - Entstehung und Stabilität dezentralisierter Systeme - Zusammenfassung - Literaturverzeichnis - Stichwortregister

Pressestimmen

»Seine kraftvolle Argumentation bricht in vielen Punkten Schicht für Schicht evidente Kritik an seinen Bausteinen durch Weiterentwicklung auf. [...] In der aktuellen Diskussion liefert Sauerlands Argumentation aber vor allem den Kompatibilitätsbeweis zwischen liberaler Wirtschaftstheorie und föderalistischen Modellen. [...] Sauerlands Buch ist für Juristen besonders interessant, wenn sie sich mit Verfassungsfragen beschäftigen. Unverzichtbar ist es für Politikwissenschaftler, wenn sie sich einer der großen Herausforderungen aus den Wirtschaftswissenschaften stellen wollen. Schließlich ist das Buch in der Regionalismus- und Föderalismus-Diskussion von großem Wert und hat das Zeug dazu, in diesen Debatten ein fixer Bezugspunkt zu werden.«
Stefan Wally, in: Journal für Rechtspolitik, 1/1999

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