Carl von Hahn

»Forschungsreisender, * 29.4.1848 Friedrichsthal bei Freudenstadt (Schwarzwald), † 16.8.1925 Tiflis (Georgien).

Nach Theologie- und Philologiestudium in Tübingen und Vikariatsjahren in Brenz und Reichenbach ging Hahn 1872 nach Tiflis, wo er, Hoflehrer des Statthalters von Kaukasien, seit 1874 am deutschsprachigen 1. klassischen Gymnasium und an anderen höheren Lehranstalten unterrichtete (Oberlehrer, Direktor) und sich um das deutsche Schul- und Kirchenwesen bemühte. Als Krankenpfleger nahm er am Kriege 1870/71 teil, als Bevollmächtigter des Roten Kreuzes für Rußland am russisch-türkischen Krieg 1877/78. Hahn gehörte dem Kreis deutscher und russischer Naturforscher an, der sich um den Gründer des berühmten kaukasischen Museums in Tiflis, G. Radde, sammelte. Seit 1888 unternahm er jährlich Forschungsreisen in den Großen Kaukasus und das armenische Hochland, die bedeutendsten 1898 und 1902 in den daghestanischen Kaukasus. Seine historischen, volks- und namenkundlichen aber auch biologischen und geologischen Beobachtungen publizierte er in deutscher und russischer Sprache. Als Pädagoge ist er durch die Übersetzung von G. Klees griechischer Hausmärchen ins Russische und ihre Bearbeitung für die Schule bekannt geworden (1895), für die Geschichte der wissenschaftlichen Erforschung Rußlands durch seine Biographie G. Raddes. Hahn ist der Verfasser des ersten Lehrbuches der Geographie Georgiens (1924).«

Karger, Adolf, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 511 f.

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