Stift und Stadt

Das Heiliggrabpriorat von Santa Anna und das Regularkanonikerstift Santa Eulàlia del Camp im mittelalterlichen Barcelona (1145 - 1423). (Ordensstudien X)

1996. Tab., Abb.; 575 S.
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Description

Augustiner-Chorherren sind bislang weniger auf ihre Bedeutung im Beziehungsgeflecht der mittelalterlichen Stadt hin untersucht worden als die von der Forschung weitaus stärker beachteten Bettelorden. Dabei siedelten sich viele Chorherren genauso in oder nahe den Städten an wie die Mendikanten nach ihnen und betätigten sich dort in der Seelsorge. Sie prägten das Aussehen mancher Städte sogar stärker als die Bettelorden.

Die auf ausgedehnten Studien in den reichhaltigen Archiven Kataloniens basierende Arbeit ist eine vergleichende Untersuchung zweier städtischer Regularkanonikerstifte. Der Verfasser verdeutlicht die Stellung der Augustiner-Chorherren in der Stadt mit Hilfe eines Fragenkatalogs, der in Einzelstudien über Mendikantenkonvente entwickelt worden ist und nun konsequent auf mittelalterliche Augustiner-Chorherrenstifte angewendet wurde: Förderer und Widersacher der Gemeinschaften werden verortet und die sozialen wie wirtschaftlichen Beziehungslinien nachgezeichnet, die ein städtisches Regularkanonikerstift mit seiner Umgebung verbanden.

Darüber hinaus ist es gelungen, den Anteil der Chorherren an Stadtausbau und -erweiterung aufzuzeigen, der deutlich höher zu veranschlagen ist als der jüngerer geistlicher Einrichtungen. Die dichte Quellenüberlieferung ermöglicht es, eine Mikroanalyse der Lebenswelten zweier städtischer Stifte und ihrer jeweiligen Umgebung zu erstellen. Zugleich gewinnt die Studie einen überregionalen Bezugsrahmen, indem eine der Einrichtungen in ihrer Funktion als Priorat des Ordens vom Heiligen Grab untersucht wird. Die Beziehungen zu den Filiationen des Hauses, aber auch zu den anderen hispanischen Prioraten und zur Leitung des Ordens werden veranschaulicht; damit wird ein Beitrag zur Erforschung dieses noch immer nicht hinreichend untersuchten Regularkanonikerverbands geliefert.

Overview

Inhaltsübersicht: Teil A: Einleitung: Vorhaben und Forschungsstand - Die Archivalien - Teil B: Vorläufer und Ansiedlung der Augustiner-Chorherrenstifte Barcelonas: Die Kanonikerreform des 11. und 12. Jahrhunderts - Die Regularkanoniker in Katalonien - Die Ursprünge beider Gemeinschaften - Teil C: Übereinstimmungen und Unterschiede in Selbstverständnis, geistlichem Wirken und Aufbau der Barceloneser Regularkanonikerstifte: Seelsorge, Kranken- und Armenfürsorge - Liturgische Aufgaben und Imitatio Sanctissimi Sepulcri - Der Aufbau der Stifte - Teil D: Die Chorherrenstifte und die Stadt: Die Regularkanoniker in der städtischen Wirtschaft - Die Einschätzung der Stifte durch die Einwohner Barcelonas - Die Bedeutung der Stifte für das Wachstum und die städtebauliche Entwicklung Barcelonas - Die Kanoniker als Stadtbewohner - Das Verhältnis der Stifte zu den weltlichen und geistlichen Gewalten in Barcelona - Teil E: Die Außenbeziehungen: Die Stifte in ihrem Verhältnis zu übergeordneten kirchlichen Institutionen - Der regionale Wirkungsbereich der Stifte - Schluß - Anhang - Quellen- und Literaturverzeichnis - Personen- und Ortsregister

Press Reviews

»Ohne daß hier die zahlreichen Detailergebnisse referiert werden könnten, sei hervorgehoben, daß sich die Arbeit gerade in diesen Parteien, wenn es um den Anteil der Stifte an der Urbanisierung und um die Wirksamkeit der dabei angewandten Instrumentarien, insbesondere der Emphyteuse, geht, zu einer Modellstudie auswächst, deren methodisches Vorgehen, Feingefühl bei der Auswertung der Quellen und Sicherheit der Beurteilung komplizierter Wirtschaftsmechanismen als vorbildhaft bezeichnet werden muß und weitere Untersuchungen anregen sollte. Aufgrund der Zeugnisse liegt das Schwergewicht der Argumentation zweifellos im Spätmittelalter, doch erlaubt ihre Dichte durchaus einen fundierten Überblick über die Entwicklung seit dem 12. Jahrhundert. Prosopographische Anhänge über die Stiftsmitglieder und die Barceloneser Förderer der Chorherrenstifte, zahlreiche Abbildungen und Tabellen, ein umfassendes Quellen- und Literaturverzeichnis sowie ein auch Sachen einbeziehendes Personen- und Ortsregister runden einen stattlichen Band ab, der selbst dann Beachtung finden sollte, wenn man sich bei ähnlichen Fragestellungen vornehmlich mit deutschen Verhältnissen beschäftigt.« Ludwig Vones, in: Historische Zeitschrift, 270/2000

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