Staat, Politik, Verwaltung in Europa

Gedächtnisschrift für Roman Schnur

1997. Frontispiz; VII, 365 S.
Available as
92,00 €
ISBN 978-3-428-08675-7
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82,90 €
ISBN 978-3-428-48675-5
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Price for libraries: 106,00 € [?]

Description

Als der Tübinger Staatsrechtslehrer Roman Schnur im August 1996 starb, bedeutete dies den Verlust eines Wissenschaftlers, der in Werk und Wirken ungewöhnliche Wege beschritten hatte. Seine Studien zur französischen Verfassungsgeschichte der frühen Neuzeit öffneten dem jungen Deutschen in den fünfziger Jahren den persönlichen Zugang zu den damals in Paris dominierenden Geistesgrößen; seine Verwaltungspraxis in Mainz ließ ihn in den sechziger Jahren zum Mitbegründer der neuen Verwaltungswissenschaft werden. Aus den vielen von ihm organisierten Tagungen, z. B. über Hobbes und Lorenz von Stein, über Staatsraison und die Rolle der Juristen bei der Entstehung des modernen Staates, gingen umfangreiche Bände von bleibendem Wert hervor. Die Zeitschriften »Der Staat« (seit 1962) und »Die Verwaltung« (seit 1968) wurden von ihm mitgegründet und viele Jahre mitredigiert; ihre unterschiedlichen Ausrichtungen entsprachen seinen weitgefächerten Interessen. Wie er durch seine Publikationen die Grenzen des eigenen Fachs überwand, so unterlief er seit den siebziger Jahren die Systemgrenzen Polens und Ungarns. Während vieler Besuche und Vorträge knüpfte er freundschaftliche Kontakte, in Tübingen betreute er u. a. 40 junge polnische Wissenschaftler. Seine Reisen und Forschungen verarbeitete er zu literarisch außergewöhnlichen Erzählungen. Darin beschreibt er Begebenheiten, die sich in verschiedenen Jahrhunderten ereignen und aufgrund der Einheit des Ortes und des genauen Auges des Verfassers einen verbindenden Sinn erhalten.

Die hier vorgelegten Beiträge in- und ausländischer Freunde spiegeln die Vielfalt seines wissenschaftlichen Lebens wider.

Overview

Inhalt: H. Siedentopf, Nachruf - T. Oppermann, Mit Roman Schnur auf einem Flur. Gemeinsame Tübinger Jahre 1972 bis 1996 - P. Grossi, Recht ohne Staat. Der Autonomiebegriff als Grundlage der mittelalterlichen Rechtsverfassung - H. H. Klein, Betrachtungen zu Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel »Die Natürliche Tochter« - G. Maschke, General Narváez' »legale Diktatur« und Donoso Cortés (1847/51). Eine Skizze - R. Morsey, Brünings Staatsbild im Rückblick des politischen Emigranten - H. Quaritsch, Über Gegenwart und Zukunft des deutschen Nationalstaats - H. H. Rupp, Rheinland-Pfalz: Auf dem Weg durch fünf Jahrzehnte - W. Schuller, Der Rechtsstaat bei Carl Schmitt. Der Einbruch der Zeit in das Spiel - E.-W. Böckenförde, Begriff und Probleme des Verfassungsstaates - E. Castrucci, Politische Theologie. Eine ideengeschichtliche Rekonstruktion - N. Johnson, Über den Begriff des Staates aus vergleichender Sicht - P. Schiera, Benehmen, Staatsräson und Melancholie in der frühen Neuzeit. Christian Thomasius zwischen Mittelmeer und Nordeuropa - M. Heckel, Rechtscharakter und Funktionen der Religionsfreiheit - K. Sobczak, Konstitutionelle Regelung der Wirtschaftsproblematik - I. Vörös, Das Recht auf Eigentum in der ungarischen Verfassung - J. H. Kaiser, Die Vergeudung des in Europa Wesentlichen im Unwesentlichen - O. Kimminich †, Die mehrfache Staatsangehörigkeit - K. König, Institutionentransfer und Modelldenken bei Verwaltungsmodernisierungen - H. P. Rill, Eine Landesverwaltungsgerichtsbarkeit für Österreich - H. Siedentopf, Der öffentliche Dienst in Europa. Grundsätze und Gefährdungen

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