Die Schöpfung der ewigen Wahrheiten

Die Bedeutung der philosophischen Gotteslehre bei René Descartes

2001. 348 S.
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Description

Seit Hegel gelten die Voraussetzungslosigkeit des Denkens und eine dualistische Anthropologie als Descartes' Beitrag zur Konstitution der Neuzeit. Die Wirkungsgeschichte einer Philosophie ist jedoch häufig eine schlechte Ratgeberin der Interpretation. Der Autor sucht in seiner Gesamtdarstellung deshalb das Denken Descartes' in den von ihm selbst thematisierten Konflikten auf.

Dies geschieht im Anschluß an die französische Forschung und unter Auslegungshilfe der umfangreichen Korrespondenz. Karsten Laudien zeigt, daß der Nerv cartesischer Philosophie nicht an den Elementen des modernen Selbstverständnisses verläuft, sondern daß diese angemessen nur im Kontext der Lehre der Erschaffung der ewigen Wahrheiten verstanden werden. Diese Lehre schöpft das Potential scholastischer Auffassungen über die göttliche Allmacht soweit aus, daß selbst denknotwendige Wahrheiten, mathematische und logische Sätze, als metaphysisch disponibel angesehen werden.

Wichtiger als diese Ansicht ist jedoch der Nachweis, daß sie alle Facetten der cartesischen Philosophie berührt und eine Reihe von Problemen der Descartesforschung plausibel löst. Die prominenten Elemente seiner Philosophie - das Cogito, der Gottesbeweis, der Dualismus, die mathematische Physik - verlieren durch diese Lehre ihren von ihrer Wirkungsgeschichte entlehnten Zusammenhang und bilden eine Philosophie, der es weniger darum geht, subjektivistisch die Neuzeit einzuleiten, als eine Allmacht zu verarbeiten, die solche Leistungen beträchtlich erschwert.

Overview

Inhaltsübersicht: A. Epochengründer versus Klassiker - Einleitung und Forschungsgeschichte: Das Descartesbild in Deutschland - Descartes, der Klassiker: Descartes in der französischen Philosophie des 19. Jahrhunderts - Forschungsbericht - B. Der Umschlag von mentalistischer zur metaphysischer Gegenstandsvorstellung: Die Regulae ad directionem ingenii - Le Monde und die ewigen Wahrheiten - Le Monde - C. Die Erschaffung der ewigen Wahrheiten: Die Lehre der Erschaffung der ewigen Wahrheiten als Bestreitung einer anthropomorphen Schöpfungsvorstellung - Die Identität von göttlichem Verstand und Willen - Begreifen und Verstehen - Die Möglichkeit der Dekretänderung und die göttliche Indifferenz - Der konzeptionelle Charakter von Widersprüchlichem - D. Der Discours de la Méthode und die systematische Verträglichkeit cartesischer Aussagen: Die Entstehungsgeschichte des Discours - Die Umwandlung der erkenntnistheoretischen Fragestellung - E. Der Dualismus. Die Einheit von Seele und Leib. Der Gottesbeweis und das Cogito: Der Dualismus und die Einheit des Menschen - Der Gottesbeweis in Meditation III und das Cogito - Literaturverzeichnis - Namenregister

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