Zur Entstehung und Entwicklung eines persönlichen Geheimsphärenschutzes vom Spätabsolutismus bis zur Gesetzgebung des Deutschen Reiches
2002. 214 S.
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ISBN 978-3-428-10654-7
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ISBN 978-3-428-50654-5
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Beschreibung

Entstehung und Entwicklung der gegenüber einem Ausforschen durch den Staat rechtlich geschützten persönlich-privaten Geheimsphäre sind bislang nur teilweise aufgeklärt. Gisa Austermühle beleuchtet die öffentlich-rechtlichen Aspekte eines persönlichen Geheimsphärenschutzes in der Staatsrechtslehre und Polizeiwissenschaft, im Verfassungsrecht, im Strafprozeßrecht sowie im materiellen Strafrecht in der Zeit von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Erlaß der Reichsstrafprozeßordnung und des Reichsstrafgesetzbuches.

Bereits die Staatsrechtslehre des deutschen Spätabsolutismus ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts befaßte sich mit der Frage, wie der private Geheimbereich vor einer Ausübung des ius inspectionis, einem selbständigen Majestätsrecht in der Hand des Souveräns, das diesen zu einer umfassenden Informationserhebung berechtigte, zu schützen sei. Während man im ausgehenden 18. Jahrhundert einzelne persönliche Geheimsphären noch als Rechtsreflexe einer Begrenzung des ius inspectionis durch den Staatszweck verstand, bestimmte die natürliche Staatsrechtslehre der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sie bereits als Untertanenrechte.

Die Gedanken der Staatsrechtslehre blieben nicht ohne Auswirkungen auf das positive Recht. Einen Höhepunkt erreichte die Entwicklung bereits mit der Frankfurter Reichsverfassung im Jahre 1848 und deren Regelungen zum Wohnungsschutz und Briefgeheimnis. In den Strafprozeßordnungen und Strafgesetzbüchern der Länder und nach der Reichsgründung in der Reichsstrafprozeßordnung und im Reichsstrafgesetzbuch verfestigte sich der gesetzliche Schutz persönlicher Geheimsphären - wie z. B. der Wohnung als räumlichem Geheimbereich, des Postgeheimnisses, des Beichtgeheimnisses sowie der geheimhaltungsbedürftigen Vertrauensbeziehungen unter Angehörigen, zwischen Arzt und Patient, Verteidiger und Mandant.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Einleitung - 1. Teil: Entstehung und Entwicklung eines Geheimsphärenschutzes in der Zeit des deutschen Spätabsolutismus: Die persönliche Geheimsphäre in der Staatsrechtslehre und in der Polizeiwissenschaft - Ansätze eines persönlichen Geheimnisschutzes im Strafprozeßrecht - Ansätze eines persönlichen Geheimnisschutzes im Strafrecht - Ergebnisse des Ersten Teils - 2. Teil: Der Schutz der persönlichen Geheimsphäre im 19. Jahrhundert bis zur Gesetzgebung des Deutschen Reiches: Die persönliche Geheimsphäre in der Staatsrechtslehre, in der Polizeiwissenschaft und in der Verwaltungsrechtswissenschaft - Die persönliche Geheimsphäre im Verfassungsrecht - Die persönliche Geheimsphäre im Strafprozeßrecht - Die persönliche Geheimsphäre im Strafrecht - Ergebnisse des Zweiten Teils - 3. Teil: Der Schutz der persönlichen Geheimsphäre in der Reichsstrafprozeßordnung und im Reichsstrafgesetzbuch: Einführung: Kein Grundrechtsschutz im Kaiserreich - Persönlicher Geheimnisschutz in der Reichsstrafprozeßordnung - Persönlicher Geheimnisschutz im Reichsstrafgesetzbuch von 1871 - Ergebnisse des Dritten Teils - Schlußbetrachtung - Literaturverzeichnis - Personenverzeichnis - Sachwortverzeichnis

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