Wilhelm II. und die Religion

Facetten einer Persönlichkeit und ihres Umfelds

2001. Frontispiz, Abb.; 320 S.
Erhältlich als
82,00 €
ISBN 978-3-428-10406-2
sofort lieferbar
73,90 €
ISBN 978-3-428-50406-0
lieferbar innerhalb von 2–4 Werktagen
[Warum nicht sofort?]
 
Preis für Bibliotheken: 94,00 € [?]

Beschreibung

Die biographische Erforschung von Leben und Persönlichkeit Wilhelms II. steckt durch ihre politische Engführung (Untergang des Kaiserreiches, Kriegsschuld) in einer Sackgasse. Die Autoren des vorliegenden Sammelbandes versuchen daher, durch das Paradigma "Religion" neue Wege zu erschließen, um bisher unbekannte Facetten seiner Persönlichkeit und seines Umfelds zu beleuchten.

Daß die Wilhelminische Ära eine Zeit des wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und sozialen Umbruchs war, wird kaum so deutlich wie unter dem Gesichtswinkel "Religion". Dabei wird Religion weit über den konfessionellen Rahmen hinaus, der u. a. unter den Aspekten Christliche Soziallehre, Religionsunterricht, Katholikenemanzipation, Umgang mit evangelischen Polen thematisiert wird, verstanden: Wilhelm II. rezipierte Forschungsergebnisse über den Königsmythos aus der Kulturmorphologie, adaptierte ein ottonisch-mittelalterliches Kaiserverständnis und setzte solche Vorstellungen in seiner ausgreifenden sakralen Bautätigkeit um. Außerdem legten Zeitgenossen an seinen politischen und persönlichen Führungsstil quasi-religiöse Maßstäbe an.

Da man einer so komplexen und widersprüchlichen Persönlichkeit in ihrem spannungsreichen Kontext weder mit kompakten Synthesen noch mit monographischen Studien gerecht werden kann, kommen im vorliegenden Sammelwerk Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen (Historiker, Theologen, Kunsthistoriker, Kulturmorphologen) zu Wort, die das breite Bedeutungsspektrum "Religion" auf Wilhelm II. anwenden. Damit wird "Religion" zu einem Deutungsmuster politischen und gesellschaftlichen Handelns. In einer Zeit, in der religiöses Gedankengut zur Legitimation sozialer, politischer und konfessioneller Zustände verwandt wurde, zeigte sich der Kaiser als Institution und handelndes Subjekt je nach Kontext anachronistisch oder modern. Sowohl für die Biographie Wilhems II. als auch für ein tieferes Verständnis von Staat und Gesellschaft liefert das Werk einen bisher nicht berücksichtigten Beitrag.

Inhaltsübersicht

Inhalt: S. Samerski, Der Kaiser und die Religion: eine Einleitung - P. Bahners, Der dämonische Mann. Wilhelm II. in Rudolf Borchardts poetisch-politischer Theologie - M. Friedrich, Die Religion im Erziehungsprogramm Hinzpeters - K. E. Pollmann, Wilhelm II. und der Protestantismus - N. Friedrich, Die Christlich-soziale Bewegung und Wilhelm II. - B. Schot, Wilhelm II., die Evangelische Kirche und die preußische Polenpolitik - J. Strötz, Wilhelm II. und der Katholizismus - S. Samerski, Papst und Kaiser - J. Krüger, Wilhelms II. Sakralitätsverständnis im Spiegel seiner Kirchenbauten - W. Eykmann, Religionsunterricht: Stütze für König und Vaterland, Waffe gegen den Umsturz - M. Spöttel, Leo Frobenius: Des letzten deutschen Kaisers Ethnologe

Pressestimmen

»Künftige Biographen werden an diesem Sammelband nicht vorbeigehen können.«
Wolfgang Stribrny, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, 1/2002

Bücher aus denselben Fachgebieten

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.