Vormoderne politische Verfahren
2001. Tab., Abb.; 590 S.
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Beschreibung

Politische Verfahren lassen sich definieren als Handlungsabläufe, die in ihrer äußeren Form bestimmten Regeln folgen und zur Hervorbringung allgemein verbindlicher Entscheidungen, letztlich also zur Herstellung kollektiver Handlungsfähigkeit dienen. Es ist als Kennzeichen komplexer moderner Gesellschaften beschrieben worden, daß die Legitimität ihrer politischen Entscheidungen nicht mehr auf unvordenklicher Tradition und transzendenter Autorität beruht, sondern von den Entscheidungsverfahren selbst erzeugt wird.

Die leitende Fragestellung der hier publizierten Tagung war, ob und inwiefern sich vormoderne politische Verfahren signifikant von modernen unterscheiden. Wie funktionierte politische Willens- und Entscheidungsbildung unter den Bedingungen ständisch-hierarchischer Ordnung? Wie verhielten sich öffentlich-demonstrative zu vertraulichen Verfahrensformen, wie die Herstellung zur Darstellung von Entscheidungen? Welche Rolle spielten symbolisch-zeremonielle Elemente? Wie waren politische Verfahren in die ständische Umwelt eingebettet, bzw. inwiefern bildeten sie autonome Strukturen und Rollen aus? Diese Fragen werden an eine Reihe ganz unterschiedlicher Verfahren des Mittelalters und der frühen Neuzeit herangetragen – von ständischen Versammlungen über Konzilien und Wahlhandlungen bis hin zum diplomatischen Verkehr.

Inhaltsübersicht

Inhalt: B. Stollberg-Rilinger, Einleitung - M. Sikora, Der Sinn des Verfahrens. Soziologische Deutungsangebote - G. Althoff, Beratungen über die Gestaltung zeremonieller und ritueller Verfahren im Mittelalter - K. Schreiner, Wahl, Amtsantritt und Amtsenthebung von Bischöfen. Rituelle Handlungsmuster, rechtlich normierte Verfahren, traditionsgestützte Gewohnheiten - S. Schraut, Die Bischofswahl im Alten Reich seit Mitte des 17. Jahrhunderts. Symbolische Formen einer Wahl mit verabredetem Ausgang - J. Helmrath, Rangstreite auf Generalkonzilien des 15. Jahrhunderts als Verfahren - U. Meier, "Nichts wollten sie tun ohne die Zustimmung ihrer Bürger". Symbolische und technische Formen politischer Verfahren im spätmittelalterlichen Florenz - D. W. Poeck, Rituale der Ratswahl in westfälischen Städten - J. Kunisch, Formen symbolischen Handelns in der Goldenen Bulle von 1356 - H. Neuhaus, Der Streit um den richtigen Platz. Ein Beitrag zu reichsständischen Verfahrensformen in der Frühen Neuzeit - A. Gotthard, Die Inszenierung der kurfürstlichen Präeminenz. Eine Analyse unter Erprobung systemtheoretischer Kategorien - E.-B. Körber, Landtage im Herzogtum Preußen als symbolische Darstellung von Öffentlichkeitsvorstellungen und Machtbeziehungen von 1525 bis 1635 - M. Kaiser, Ständebund und Verfahrensordnung. Das Beispiel der Katholischen Liga (1619-1631) - G. Walther, Der andere Körper des Königs? Zum politischen Verfahren der französischen Generalstände - L. Schilling, Krisenbewältigung durch Verfahren? Zu den Funktionen konsensualer Gesetzgebung im Frankreich des 16. und frühen 17. Jahrhunderts - R. G. Asch, Zeremoniell und Verfahren des englischen Parlaments zwischen Normierung und Innovation, ca. 1558-1642 - O. Mörke, Kohärenzstiftung durch Verfahren im partikularisierten Staat. Die Generalstände in der niederländischen Republik - M. Vec, "Technische" gegen "symbolische" Verfahrensformen? Die Normierung und Ausdifferenzierung der Gesandtenränge nach der juristischen und politischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts

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