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Verabschiedung und Wiederentdeckung des Staates im Spannungsfeld der Disziplinen
2013. 1 Tab., Abb.; 388 S.
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ISBN 978-3-428-13944-6
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ISBN 978-3-428-53944-4
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ISBN 978-3-428-83944-5
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Beschreibung

Die »Krise« des Staates als Inbegriff des Politischen und als Organisationsform legitimer Herrschaft gehört zu den Grunderfahrungen der Gegenwart. Zahlreiche Phänomene der politisch-sozialen Welt bezeugen einen beschleunigten Prozess des Wandels von Staatlichkeit: Es gibt einen wachsenden Raum des Politischen jenseits staatlich gebundener Politik. Das Verhältnis des Staates zur Religion wird mit neuartiger Radikalität in Frage gestellt. Das staatliche Rechtsetzungsmonopol löst sich auf. Auf dem Feld der internationalen Beziehungen sind dem Staat als Akteur mächtige Konkurrenten erwachsen. Doch wie lässt sich dieser Wandel wissenschaftlich angemessen beschreiben? Welche Bedeutung besitzt der Begriff des Staates heute im Öffentlichen Recht und in der Politikwissenschaft? Wie beschreibt und steuert das Recht den Prozess des Wandels von Staatlichkeit? Wie haben sich Staatsbilder und Staatsverständnisse seit dem Ende der nationalstaatlichen Epoche verändert? Welches Bild des Staates liegt der neueren Governance-Theorie zugrunde? Welche Relevanz hat der Staatsbegriff in der gegenwärtigen Demokratietheorie? Und welche Chancen hätte angesichts dieser Entwicklungen eine multidisziplinär arbeitende erneuerte Staatswissenschaft?

Die Beiträge dieses Bandes dokumentieren aus verschiedenen disziplinären und thematischen Blickwinkeln den Stand der Forschung über einen Grundbegriff von Herrschaft, der in einer Reihe von Kontexten in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Renaissance erlebt hat. Dass das Denken der Krise in Deutschland nicht selten eine staatstheoretische Wendung nimmt, ist dabei seinerseits bemerkenswert und erklärungsbedürftig. Gewidmet sind die Beiträge des Bandes Gunnar Folke Schuppert, zu dessen Lebensthemen der Wandel von Staatlichkeit gehört.

Inhaltsübersicht

I. Disziplinäre Zugänge

Helmuth Schulze-Fielitz
Konturen einer zeitgenössischen Staatssoziologie

Oliver Lepsius
Funktion und Wandel von Staatsverständnissen

Arthur Benz
Ein Gegenstand auf der Suche nach einer Theorie – Ein Versuch, den Wandel des Staates zu begreifen

Stefan Leibfried
Des Kaisers alte Kleider: Nur, warum ist er denn dann heute so nackt? Kommentar zum Beitrag von Arthur Benz

Werner Jann
Nunmehr alles Governance, oder was? Über die Bedeutung von Verwaltungen, Institutionen und Institutionentheorie

Matthias Kötter
Kommentar zum Beitrag von Werner Jann

II. Metamorphosen des Staates

Karsten Fischer
Religionspolitische Governance im weltanschaulich neutralen Verfassungsstaat: Eine Problemskizze

Christian Bumke
Graduelle Entkoppelung von Staat und Recht

Arno Scherzberg
Kommentar zum Beitrag von Christian Bumke

III. Regieren jenseits des Nationalstaates

Michael Zürn
Der souveräne Staat als regulative Idee

Marianne Beisheim
Der souveräne Staat und seine Konkurrenten – primus inter pares in einer Multiakteurs-Governance. Kommentar zum Beitrag von Michael Zürn

Tanja A. Börzel
EU-Staatlichkeit – ein Oxymoron?

Peter M. Huber
EU-Staatlichkeit – was könnte das sein? Kommentar zum Beitrag von Tanja Börzel

Mattias Kumm
Kosmopolitischer Staat und konstitutionelle Autorität: Eine integrative Konzeption Öffentlichen Rechts

Eberhard Schmidt-Aßmann
Internationales Verwaltungsrecht: Begriffsbildung im Spiegel veränderter Staatlichkeit

Wolfgang Merkel
Staatstheorie oder Demokratietheorie: Wie viel Staat braucht die Demokratietheorie?

Jens Kersten
Staatstheorie oder Demokratietheorie? Kommentar

IV. Staat, Politik, Recht

Ulrich K. Preuß
Der Staat – weiterhin der zentrale Ort des Politischen?

Florian Meinel
Kommentar zum Beitrag von Ulrich K. Preuß

Wolfgang Hoffmann-Riem
Umbauten im Hause des Rechts angesichts des Wandels von Staatlichkeit

Andreas Voßkuhle
Die Staatstheorie des Bundesverfassungsgerichts

Anhang

Teilnehmer des Colloquiums

Pressestimmen

»Der Band bietet eine beeindruckende Fundgrube interdisziplinären Wissens über den Staat. Er ist weit über die Grenzen der Rechts- und Politikwissenschaft hinaus jedem am Staat Interessierten zur Lektüre uneingeschränkt zu empfehlen.« Jan Philipp Schaefer, in: Archiv des öffentlichen Rechts, 140/2015

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