Utilitas Constantiniana

Privatrechtsgesetzgebung am Beginn des vierten Jahrhunderts

2021. 236 S.
Erhältlich als
79,90 €
ISBN 978-3-428-18219-0
sofort lieferbar
71,90 €
ISBN 978-3-428-58219-8
sofort lieferbar
Preis für Bibliotheken: 92,00 € [?]

Beschreibung

Das legislative Wirken Konstantins des Großen auf dem Gebiet des Privatrechts steht in dem Ruf, mit der bis zu Diokletian fortgeführten Tradition des klassischen römischen Rechts zu brechen. Der Vergleich der Rechtssetzung beider Kaiser leidet freilich unter einer erheblichen Asymmetrie der Überlieferung, weil von Diokletian vorwiegend Reskripte, von Konstantin dagegen nur allgemeine Gesetze erhalten sind. Während jene die gesamte Privatrechtsordnung abbilden, sind diese auf punktuelle Neuerungen beschränkt und vermitteln keinen Überblick über das zu Konstantins Zeit geltende Recht. Lässt es sich daher auch nicht in seiner Gesamtheit rekonstruieren, kann man in den Konstitutionen Konstantins doch gewisse übergreifende Züge ausmachen. Hervorstechend sind einerseits das Bemühen um die Verwirklichung der rechtsgeschäftlichen Absicht als Erscheinungsform einer dogmatisch konsequenten Rechtsfortbildung, die ungeachtet ihrer rhetorischen Verbrämung in Konstantins Gesetzgebung vorherrscht. Andererseits stoßen wir auf das gegenläufige Streben nach Rechtssicherheit als dominierendes Element unter den politisch motivierten Entscheidungen. Konstantin wird dabei nicht zugunsten der beteiligten Privatrechtssubjekte, sondern allein im öffentlichen Interesse an Vermeidung und Beschleunigung von Rechtsstreitigkeiten tätig.

Inhaltsübersicht

1. Einleitung
Überwundene Vorurteile – Gang der Untersuchung
2. Einfluss des Christentums?
Scheidungs- und Konkubinatsverbot – Befreiung christlicher Sklaven? – Christliche Sexualmoral beim senatus consultum Claudianum? – Sklavenfürsorge aus christlicher caritas? – Freilassung als kirchliches Ritual? – Beseitigung der Diskriminierung von Ehe- und Kinderlosigkeit
3. Die Verwirklichung des rechtsgeschäftlichen Willens
Die Testamentsform – Die Testamentsanfechtung – Soldatentestament – Bonorum possessio – Verträge über den Nachlass eines lebenden Dritten – Schenkungen an Gewaltunterworfene
4. Dogmatische Konsequenz
Der Statusprozess – Freiheitsverlust durch Beteiligung am Selbstverkauf – Die Rechtsstellung von Findelkindern – Rechtsfolgen einer Begnadigung – Dinglicher Rechtsstreit und Besitzschutz – Die longi temporis praescriptio – Verbot des Verfallspfandes – Veräußerung einer streitbefangenen Sache – Bindungswirkung von Kaufverträgen – Haftung von Auftragnehmern und Betreuern – Beweislastverteilung bei der Testamentsanfechtung – Die bona materna – Das peculium quasi castrense – Schutz des Mündelvermögens – Die venia aetatis
5. Zugeständnisse an die Realität und politische Zwecke
Kindsverkauf – Zuwendungen an Kleinkinder – Voreheliche Schenkungen im Todesfall – Schenkungen unter Ehegatten und Deportation – Förderung des Sachdarlehens – Sanktionen für die Sklavenflucht – Erbrecht der Mutter – Zuwendungsverbot bei standeswidriger Verbindung – Erpressungen durch Amtsträger – Schollenbindung der Kolonen – Verstärkung des Patronats und der Vatersgewalt
6. Das Streben nach Rechtssicherheit
Die longissimi temporis praescriptio – Statusfragen – In integrum restitutio wegen Minderjährigkeit und Verfügungsverbot – Actio de dolo – Durchbrechung des Scheidungsverbots – Donationes ante nuptias – Formzwang für die Schenkung – Formzwang für den Kaufvertrag
7. Schluss
Ergebnis – Abgleich mit der Rechtsquellenlehre
Literaturverzeichnis
Quellenverzeichnis

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.