Strafverteidigung in den Nürnberger Prozessen

Prozessabläufe und Verteidigungsstrategien dargestellt am Wirken des Verteidigers Dr. Friedrich Bergold

2016. 383 S.
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ISBN 978-3-428-14801-1
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ISBN 978-3-428-54801-9
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ISBN 978-3-428-84801-0
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Beschreibung

Die zentrale Themenstellung betrifft die Frage, in welchem Maße die Verteidigung in den Nürnberger Prozessen tatsächlichen Einfluss auf den Prozessverlauf und -ausgang nehmen konnte. Hierbei wird neben den Grundlagen der Verteidigungsarbeit auch auf Fragen der Rechtsstaatlichkeit bzw. Fairness der Verfahren eingegangen. Die juristische Arbeit der Verteidiger in den Nürnberger Prozessen ist bisher kaum erforscht. Im Kern der Arbeit steht daher die Auseinandersetzung mit konkreten Prozesssituationen, deren Darstellung und Einordnung unter besonderer Berücksichtigung der Verteidigung anhand von Primärquellen, vornehmlich der originalen Prozessprotokolle. Die Arbeit des Nürnberger Verteidigers Friedrich Bergold im Hauptprozess sowie in drei Nachfolgeprozessen wird insbesondere dahingehend aufbereitet, inwieweit Verteidigungsstrategien entwickelt und umgesetzt werden konnten. In einer abschließenden Betrachtung werden die gewonnenen Ergebnisse zusammengeführt und prozessübergreifend ausgewertet.

Inhaltsübersicht

I. Grundlagen

Ziel der Studie, Aktenlage und Auswertungsmethodik – Zu den Nürnberger Prozessen – Die Person Dr. Friedrich Bergold – Grundlagen der Verteidigungsarbeit – Zusammenfassung der Ausgangslage der Verteidigung

II. Der Fall Martin Bormann (Hauptprozess)

Zur Person Martin Bormann – Die Verteidigung von Martin Bormann – Fall und Verteidigung Martin Bormann: Fazit

III. Der Fall Erhard Milch (Zweiter Nachfolgeprozess)

Zur Person Erhard Milch – Die Verteidigung von Erhard Milch – Fall und Verteidigung Erhard Milch: Fazit

IV. Der Fall Horst Klein (Vierter Nachfolgeprozess)

Zur Person Horst Klein – Die Verteidigung von Horst Klein – Fall und Verteidigung Horst Klein: Fazit

V. Der Fall Ernst Biberstein (Neunter Nachfolgeprozess)

Zur Person Ernst Biberstein – Die Verteidigung von Ernst Biberstein – Fall und Verteidigung Ernst Biberstein: Fazit

VI. Abschließende Betrachtung

Die untersuchten Fälle – Zur Verteidigung des abwesenden Angeklagten – Zur Feststellung der persönlich vorwerfbaren Schuld – Zum Beweisrecht und der Selbstbelastung der Angeklagten – Zu weiteren verfahrensrechtlichen Aspekten – Zur Umsetzung der Verteidigungsstrategien – Schlusswort

Anhang

Literatur-, Personen- und Sachverzeichnis

Pressestimmen

»Sie ist eine grundlegende strafrechtsgeschichtliche Untersuchung über die Tätigkeit nur eines Verteidigers in dem bisher kaum erforschten Gebiet:›Strafverteidiger in den Nürnberger Prozessen‹. [...] Die Arbeit wirkt sowohl wegen des plastischen Schreibstils als auch wegen der überzeugenden Argumentation stets plausibel und lebendig. Dem Autor gelingt es mit seiner besonnenen, fast bedächtigen und objektiven Vorgehensweise, beim Leser den Eindruck zu erwecken, als sei er selbst dei den Verteidigungen Bergolds dabei gewesen. Die Begeisterung Sallecks an der Durchführung seiner Forschung überträgt sich auf den Leser.« Dr. Klaus Wasserburg, in: Goltdammer´s Archiv für Strafrecht, 5/2018

»Hervorzuheben ist die gründliche Quellenarbeit Sallecks, der nicht nur das vorhandene Schriftgut aus den Prozessen ausgewertet, sondern auch weitere Quellen erschlossen hat. [...] Für die Forschung zu den Nürnberger Verteidigern und ihrer Rolle in den Kriegsverbrecherverfahren stellt sie damit in jedem Fall eine Bereicherung dar.« Dr. Matthias Gemählich, in: Francia recensio, 1/2018

»Das Buch liest sich sehr gut (und schnell); es bringt insbesondere für den Strafverteidiger interessante Erkenntnisgewinne. […] Allein die umfangreiche Auseinandersetzung mit den Prozessunterlagen und die in diesem Zusammenhang in den Kapiteln 2-5 zusammengetragenen Erkenntnisse und Fakten machen diese Schwäche aber wett, weswegen das Buch jedem Juristen, der sich auch mit internationalen Verfahren befasst, uneingeschränkt zu empfehlen ist.« Dr. Anna Oehmichen, in: Zeitschrift für die gesamte Strafrechtsdogmatik 2017, 710

»Als bahnbrechende Quellen für die Analysen dienten die Unterlagen und Materialien, welche im Bayerischen Staatsarchiv Nürnberg aufliegen. Salleck zitiert diese Unterlagen, und das ist lobenswert und zu betonen, in der englischen Originalfassung. [...] Es wäre für die Strafrechtszeitgeschichte zu wünschen, dass mehrer Historiker oder Juristen sich mit diesem Thema vertraut machen würden und andere Anwälte jener Zeit beschreiben und ihr Handeln im wissenschaftlichen Kontext eruieren würden. Sallecks formvollendete Untersuchung ist ein erster Schritt dazu.« Andreas Raffeiner, in: Journal für Strafrecht, Heft 4 /2017

»Im Rahmen der angesichts der Fülle zu berücksichtigenden Materialien vollauf gerechtfertigten Beschränkung der Untersuchungen auf einen Verteidiger liegt mit dem Werk Sallecks eine grundlegende Untersuchung zu den Nürnberger Prozessen vor, die eine genaue Lektüre erfordert und - so ist zu wünschen - weitere Untersuchungen zur Verteidigungsstrategie insbesondere von Rechtsanwälten anderer Verteidigerteams [...] anregt.« Werner Schubert, in: Zeitschrift Integrativer Europäischer Rechtsgeschichte, Band 6, Nr. 87 / 2016

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