Strafverfahrensrecht und demografischer Wandel

Ältere Beschuldigte im Ermittlungsverfahren

2020. 167 S.
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ISBN 978-3-428-15871-3
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Beschreibung

Die Untersuchung nimmt ein zunehmend an Bedeutung gewinnendes Phänomen in den Blick: Indem die gesellschaftliche Struktur der Bundesrepublik Deutschland demografisch bedingt ein stetig steigendes Durchschnittsalter der Bevölkerung erfährt, wird sich auch die Strafjustiz künftig mit durchschnittlich immer älteren Tätern und Opfern konfrontiert sehen. Während die Kriminalität gegen ältere Personen bereits seit geraumer Zeit Gegenstand wiederkehrender medialer Berichterstattung ist (siehe bspw. »Enkeltrick«), steht der ältere Mensch als Täter einer Straftat allenfalls punktuell im Fokus der öffentlichen Betrachtung. Aus der Eigenschaft des Täteralters resultieren jedoch kontinuierlich wachsende Probleme, für die auf Dauer keine bloß einzelfallbezogenen Lösungen gefunden werden können. Die Dissertation beleuchtet diesen Themenkomplex im Bereich des Ermittlungsverfahrens schwerpunktmäßig für Fragen des Vernehmungs- und Untersuchungshaftrechts und gibt zudem einen Ausblick auf strafprozessrechtliches Änderungspotenzial.

Inhaltsübersicht

1. Die aktuelle demografische Struktur in Deutschland und ihr Einfluss auf das Strafprozessrecht
Gesellschaftsbild und Rechtsentwicklungen – Strukturelle Einflüsse des demografischen Wandels – Gang und Ziel der Untersuchung – Bevölkerungsstruktur Deutschlands im Wandel – Verfassungsrechtliche Schutzpflichten des Staates – Bedürfnis zur Berücksichtigung des Alters auf materiell-strafrechtlicher Ebene

2. Zur Problematik der Vernehmung älterer Beschuldigter
Grundzüge und allgemeine rechtliche Grundlagen des Rechts der Beschuldigtenvernehmung – Problemaufriss – Die Anwendung kriminalistischer List im Lichte des § 136a StPO – Die Zulässigkeit von kriminalistischer List zum Nachteil älterer Beschuldigter – Lösungsvorschlag: Erstreckung der notwendigen Verteidigung nach § 140 StPO auf das Ermittlungsverfahren – Ergebnis zu Kapitel 2

3. Problematiken im Zusammenhang mit der Anordnung von Untersuchungshaft gegen ältere Beschuldigte
Einleitung – Anordnungsvoraussetzungen der Untersuchungshaft nach §§ 112 ff. StPO – Möglichkeiten der Außervollzugsetzung von Haftbefehlen nach § 116 StPO – Befund

4. Ergänzende prozessuale Erleichterungen
Verfahrensrechtliches Potenzial de lege lata – Verfahrensrechtliche Potenzial de lege ferenda

5. Schlussbetrachtung

Zusammenfassung der zentralen Befunde – Ausblick

Literatur- und Sachverzeichnis

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