Solvendo quisque pro alio liberat eum

Studien zur befreienden Drittleistung im klassischen römischen Recht

2007. 472 S.
Erhältlich als
82,00 €
ISBN 978-3-428-12046-8
sofort lieferbar
74,00 €
ISBN 978-3-428-52046-6
sofort lieferbar
Preis für Bibliotheken: 94,00 € [?]
98,00 €
ISBN 978-3-428-82046-7
sofort lieferbar
Preis für Bibliotheken: 128,00 € [?]

Beschreibung

Der Grundsatz des klassischen Rechts, nach dem jeder Dritte mit befreiender Wirkung für den Schuldner leisten kann, gilt als systemwidrig und wird überwiegend als Relikt eines älteren Rechtszustands begriffen, in dem die förmliche Lösung des verhafteten Schuldners auch oder sogar nur von Dritten vorgenommen werden konnte. Diese historische Erklärung findet in den Quellen keinen Anhalt. Sie beruht auf dem modernen Verständnis der solutio als Pflichterfüllung und verstellt den Blick für die bis heute prägende Erfassung und Ausgestaltung der befreienden Drittleistung durch die klassische Jurisprudenz.

Wie die Analyse der Quellen zeigt, ist die solutio des klassischen Rechts weder "Lösung" noch "Erfüllung", sondern die in Tilgungsabsicht bewirkte Leistung des Geschuldeten. Daß sie als solche nicht an die Person des Schuldners gebunden ist, das bestimmungsgemäße Ende der obligatio vielmehr von jedem Dritten herbeigeführt werden kann, gehört zu den allgemeinen Grundlagen des römischen Schuldrechts. Die klassischen Juristen führen die vielfältigen Erscheinungsformen der Drittleistung gezielt auf den Tatbestand der solutio zurück und unterstellen sie damit denselben Regeln wie die Leistung des Schuldners. Sie gelangen so zu einem einheitlichen, dogmatisch stimmigen Konzept, das der Befriedigung des Gläubigers unbedingten Vorrang einräumt und gleichwohl Raum läßt für differenzierte, sach- und interessengerechte Lösungen im Verhältnis zwischen Schuldner und Drittem.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Einleitung - 1. Kapitel: Die Drittleistung als solutio: Terminologisches - Leistung auf Schuld - Leistung des Geschuldeten - Ergebnisse - 2. Kapitel: Drittleistung und Klagenkauf: Zur Konstruktion - Zur Unterscheidung von Drittleistung und Klagenkauf - Das beneficium cedendarum actionum bei der Drittleistung - Ergebnisse - 3. Kapitel: Drittleistung und Deckungsverhältnis: Das "Deckungsverhältnis" bei der Drittleistung - Drittleistung und negotiorum gestio - Drittleistung und donatio - Ergebnisse - Exkurs: Die solutio des Repräsentanten - 4. Kapitel: Pro alio und alieno nomine solvere als "Tatbestand" der Drittleistung: Vorüberlegungen - Die beiden Formen der solutio bei den adjektizischen Klagen - Die beiden Formen der solutio bei der Bürgschaft - Quod quis suo nomine solvit, non debitoris, debitorem non liberat - Ergebnisse - 5. Kapitel: Vertretbare und unvertretbare Leistungen: Vorbemerkungen - Justinians Reform und das klassische Recht - D 46.3.31 Ulp 7 disp: Eine spätklassische disputatio über die Unvertretbarkeit von facta - Ergebnisse und Ausblick - 6. Kapitel: Drittleistung invito debitore: Einführung und Überblick - D 46.3.91 Lab 6 pith a Paulo epit: Eine Kontroverse zur Befreiung invito debitore? - Gaius' Erklärung der eigenmächtigen Drittleistung - Ergebnisse und Schlußfolgerungen zur Theorie der Drittleistung - Quellenverzeichnis

Bücher aus denselben Fachgebieten

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.