Preußen und China

Eine Geschichte schwieriger Beziehungen

2007. Abb.; 281 S.
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28,00 €
ISBN 978-3-428-12654-5
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Beschreibung

Am Anfang der Beziehungen zwischen Deutschland und China standen die Interessen Preußens. Zahlreiche Versuche gingen von dort aus, den Kontakt nach Fernost aufzubauen, um die direkte Einfuhr von Gütern aus China durch eigenen Handel zu erreichen. Diese Versuche spielten bei dem Bemühen des aufstrebenden Staates, mit den etablierten europäischen Nationen, wie Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich gleichzuziehen, eine besondere Rolle. Und immer wieder waren die von Preußen durchgeführten Unternehmungen erfolgreich - vorübergehend wenigstens. So legte Preußen die Grundlage für die im späten 19. Jahrhundert so intensiv werdenden Kontakte zwischen Deutschland und China.

Überraschenderweise spielt in der umfangreichen Literatur über Preußen, auch in den neuesten Publikationen, dieser Aspekt der preußischen und deutsch-chinesischen Geschichte kaum eine Rolle. Diese Lücke in unserem Wissen über das Verhältnis zwischen den beiden Ländern wird durch den Autor mit dem vorliegenden Buch geschlossen. Bernd Eberstein zielt damit auf ein differenziertes Bild von Preußen und seine außenpolitischen und außenwirtschaftlichen Bestrebungen ab. Beschrieben werden also die vielfältigen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Beziehungen zwischen China und Preußen, beginnend mit der Zeit des Großen Kurfürsten im 17. Jahrhundert, endend mit der Reichsgründung 1871. Das Buch ist auf der Grundlage von Archiven in Deutschland und zahlreicher chinesischsprachiger Quellenwerke aus dem 18. und 19. Jahrhundert entstanden.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Das Ein-Adler-Land - Wohlstand durch Ostindienhandel - Der Große Kurfürst: erste preußische Pläne für den Chinahandel: Die Brandenburgisch-Ostindische Kompanie ­ Ein europäisches Ostasienprojekt des Kurfürsten ­ Zwischenspiel an der Goldküste ­ Kein Handel, kein Tee - aber ein "Chinesischer Schlüssel" ­ Sammlungen und Visionen ­ Die Flotte aufgelöst, die Kolonialbestrebungen beendet - Die Ostender Kompanie - Freihandel - ein Ausweg? - Die Preußisch-Asiatische Handelskompanie: Emden wird preußisch ­ Gründung der Kompanie ­ Heut tönt die stürmende Leyer. Euphorie in Emden ­ Die Schiffe und ihre Fahrten ­ Protektion einer eigenen Seiden- und Porzellanherstellung ­ Die Preußisch-Bengalische Handelskompanie ­ Das Ende ­ Preußens Adler über Kanton ­ "... Doch spricht in Peking niemand von dem Mann" - Versuch, die Preußisch-Asiatische Kompanie wiederaufzunehmen: Die "Retablierung" ­ Weitere Pläne und Projekte ­ Was blieb? ­ Kaiserliche und königliche Verse - Die Preußische Seehandlung: Christian Rother und die erste Chinafahrt ­ Die Reisen der Prinzess Louise nach Kanton ­ Ein preußischer Kommerzienrat auf Erkundungsreise ­ Die Seehandlung beendet den Chinahandel - Singsong, Felle, Opium - und Konsuln: Cox & Beale: das preußische Konsulat in britischer Hand ­ Magniac und Nachfolger ­ Ein Sachse als preußischer Konsul - Preußen - vom Barbarenland zum Vorbild für China: Erste Nachrichten aus Preußen ­ Wachsendes Interesse nach dem Opiumkrieg ­ Notizen von einer Floßfahrt ­ Von Preußen-Deutschland lernen! ­ Ein Amerikaner als chinesischer Gesandter in Berlin ­ "Preußen belagert Paris" - ein Ölgemälde - Der Vertrag von 1861: Die Dringlichkeit des Vertrages ­ Die Eulenburg-Mission: Schwieriger Beginn, Schwierige Verhandlungen, Der Vertrag ­ Diskussion um einen preußischen Stützpunkt in China - Chinas kleine Siege über Preußen: Hühnerdiebe und Glücksritter ­ Die Kaperung von Schiffen und das internationale Recht ­ Preußen suspendiert den Hanseatischen Konsul von Tamsui: 1866 - Errichtung des Konsulats, 1868/69 - Eine private Kolonie wird gegründet, Das Zongli Yamen schreitet ein, Der Konsul streitet mit den Ureinwohnern, Die Rechtmäßigkeit des Konsulats wird in Frage gestellt, 1869 - Der Konsul wird suspendiert - Schluss: Gewonnen - und verspielt: Von der Landmacht Preußen - ... über die "Seemacht" Deutschland - ... zum Untergang - Anmerkungen - Abbildungsnachweis - Bibliographie - Namensindex

Pressestimmen

»Schließlich führt der Autor auf seine Weise durch eine in den meisten Facetten wenig bekannte Geschichte deutscher Außenbeziehungen und bietet dabei eine durchaus unterhaltsame Lektüre – was auch und gerade unter Wissenschaftlern positiv gemeint sein sollte. Auch wenn er auf eine stringente Analyse verzichtet, hat er dennoch eine originelle Sichtweise im eigentlichen Sinne des Wortes im Angebot, da er als Sinologe zahlreiche chinesische Originalquellen [...] zu Wort kommen lässt, die einerseits in der deutschen Geschichtsforschung kaum herangezogen werden dürften und andererseits ein wohltuend beidseitiges Bild vermitteln. Am Ende bleibt der Eindruck, dass Bernd Eberstein für sein Buch alles zusammengetragen hat, das sich zur Schilderung preußisch-chinesischer Beziehungen finden lässt [...].« Jürgen G. Nagel, auf: geschichte transnational, 2009

»Aus großer Sachkenntnis schöpfend hat der Hamburger Sinologe Bernd Eberstein eine sachthematisch gegliederte, kritisch-abwägende und gut lesbare Darstellung der frühen deutsch-chinesischen Beziehungen verfaßt, die beiden Seiten Gerechtigkeit widerfahren läßt. Daß der Autor, der für dieses Thema durch frühere Studien zu den Hamburger Chinakontakten einschlägig ausgewiesen ist, deutlich macht, daß in den diversen preußisch-chinesischen Beziehungen der Keim der künftigen Kontakte zwischen Berlin und Peking angelegt war, ist kein geringes Verdienst des auf solider Quellenbasis beruhenden Werkes. Ihm ist daher eine breite Akzeptanz wie eine aufmerksame Leserschaft zu wünschen.« Rolf-Harald Wippich, in: Nachrichten der Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens/Hamburg. Zeitschrift für Kultur und Geschichte Ost- und Südostasiens, 183-184/2008

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