Perspektivität von Freiheit und Determinismus

Zugleich eine philosophische Untersuchung zur Objektivierbarkeit des Strafrechts vor dem Hintergrund neurowissenschaftlicher Forschung

2017. 315 S.
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ISBN 978-3-428-15225-4
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ISBN 978-3-428-55225-2
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ISBN 978-3-428-85225-3
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Beschreibung

Die Diskussion über die Konsequenzen neurowissenschaftlicher Forschung für das Strafrecht dreht sich bislang um den strafrechtlichen Schuldbegriff. Die bezweifelte Fähigkeit zu bewusster Selbststeuerung ist aber nicht nur eine Bedingung für die strafrechtliche Schuldzuschreibung, sondern durchzieht das gesamte Strafrecht. Die Debatte muss deshalb grundsätzlicher als Frage des Verhältnisses des Subjektiven zum Objektiven geführt werden: Inwieweit ist eine Objektivierung des Strafrechts durch die stärkere Berücksichtigung der Dritten-Person-Perspektive möglich?

Die Kombination des Erkenntnistheoretischen Indeterminismus mit dem Methodischen Determinismus Immanuel Kants ermöglicht eine Verbindung des subjektiven Freiheitserlebens mit der wissenschaftlichen Beurteilung menschlichen Verhaltens. Am Beispiel des strafrechtlichen Versuchs werden unterschiedliche Objektivierungsstufen herausgearbeitet. Darüber hinaus wird eine Haftungszuschreibung als Gegenmodell zum Schuldgedanken diskutiert.

Inhaltsübersicht

Einleitung

Die »neurobiologische Herausforderung« für das Strafrecht – Philosophie, Strafrecht, Neurowissenschaften – Der Gang der Untersuchung

A. Die lebenswissenschaftliche Kritik am deutschen Schuldstrafrecht

Das Schuldprinzip des deutschen Strafrechts – Die Theorie des Alternativismus – Die Schuldunfähigkeit im deutschen Strafrecht – Die lebenswissenschaftliche Infragestellung von Freiheit und bewusster Selbststeuerbarkeit – Eine Frage der Perspektive: Ansätze eines perspektivischen Zugangs zur Freiheitsdebatte im Strafrecht

B. Philosophie der Perspektivität

Philosophiegeschichtliche Umrisse der Entwicklung perspektivischer Philosophie – Systematische Überlegungen zur Perspektivität – Ansätze für das Konzept der Perspektivendualität in der Erkenntnistheorie Immanuel Kants – Ansätze der Perspektivendualität in der Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts – Die Dritte-Person-Perspektive – Die Erste-Person-Perspektive

C. Subjektive und objektive Elemente im deutschen Strafrecht

Strafrechtliche Grundbegriffe – Der Tatbestand – Rechtswidrigkeit – Schuld – Die Doppelfunktion des Vorsatzes – Gesinnungsmerkmale – Fazit der Analyse

D. Die Freiheitsdebatte vor dem Hintergrund des Leib-Seele-Problems

Mehrere-Welten-Theorien – Monistische Positionen – Determinismus – Die These der Determination menschlichen Denkens und Handelns – Freiheitstheorien

E. Erkenntnistheoretische Zugänge zum Freiheitsproblem

Die Erkenntnistheorie Immanuel Kants – Kants Behandlung des Freiheitsthemas – Schwierigkeiten in Kants Umgang mit dem Freiheitsproblem – Methodischer Determinismus – Erkenntnistheoretischer Indeterminismus – Die Gleichberechtigung der Perspektiven der ersten und der dritten Person in der Freiheitsfrage – Zur Bedeutung des Erkenntnistheoretischen Indeterminismus für das Strafrecht

F. Das Problem des Fremdverstehens

Die These der Perspektivenübernahme – Das Privileg der ersten Person – Theorien des Fremdverstehens – Möglichkeit und Grenzen des Fremdverstehens – Die methodische Ausklammerung des Fremdpsychischen – Theoriehaltigkeit aller Perspektiven – Die Frage des Perspektivenwechsels

G. Objektivierungsmöglichkeiten im Strafrecht am Beispiel des Versuchs (§§ 22–24 StGB)

Der Versuch – Der Rücktritt vom Versuch

Abschließende Betrachtungen

Literaturverzeichnis

Stichwortverzeichnis

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