Moderner Konstitutionalismus

Entstehung und Ausprägungen. England – Nordamerika – Frankreich – Deutschland – Europa/Europäische Union – Lateinamerika

2021. 2 Tab.; 848 S.
Erhältlich als
149,90 €
ISBN 978-3-428-18129-2
sofort lieferbar
134,90 €
ISBN 978-3-428-58129-0
sofort lieferbar
Preis für Bibliotheken: 172,00 € [?]

Beschreibung

Die Publikation setzt sich für einen neuen Zugang zur Verfassungsgeschichte ein. Beeinflusst durch die englische Verfassungsentwicklung seit dem 17. Jahrhundert vollzieht sich 1776 mit erstmals geschriebenen modernen Verfassungen die Geburt des modernen Konstitutionalismus. Damit wird eine Reihe grundlegender Prinzipien, darunter Volkssouveränität, Menschenrechte und repräsentative Regierung zur Basis von Verfassungen, die sich in der Folge nicht allein in den Vereinigten Staaten ausbreiten, sondern ebenfalls in der Französischen Revolution wie in den nach Unabhängigkeit strebenden Staaten Lateinamerikas aufgegriffen werden. Das 19. und 20. Jahrhundert erlebt dann gegen zahllose Widerstände die schrittweise Durchsetzung dieses modernen Konstitutionalismus in Europa und Lateinamerika und darüber hinaus. Für diese Entwicklung ist Deutschland ein eindrucksvoller Beleg, dessen Verfassungsgeschichte sich unter der Perspektive des modernen Konstitutionalismus in völlig neuem Licht präsentiert, das auch die Europäische Union einbezieht.

Inhaltsübersicht

I. Einführung
Moderner Konstitutionalismus: Eine unbekannte Geschichte
II. England
Die englischen Wurzeln des amerikanischen Republikanismus und seine Auswirkungen auf Europa – Theorie und Praxis der britischen Verfassung im ausgehenden 18. Jahrhundert – Die britische Verfassung als antirevolutionäres Modell im Spiegel der britischen Parlamentsdebatten (1814–1851) – Die Auflösung des britischen Empire als Verfassungsproblem
III. Nordamerika
Die Herausbildung der Prinzipien des modernen Konstitutionalismus, 1763–1776 – William Blackstone und die Ursprünge des modernen Konstitutionalismus – Die Ausbreitung der Prinzipien des modernen Konstitutionalismus in den amerikanischen Staatsverfassungen, 1776–1860 – Zum modernen Konstitutionalismus durch die Hintertür. Rhode Island 1841: Rechtskodifikation als Verfassungsersatz – Moderner Konstitutionalismus und die Herausforderungen der Demokratie. Der Kampf um das allgemeine Männerwahlrecht, 1776–1860 – Wisconsin 1848: Moderner Konstitutionalismus und die tugendhafte Republik – Die Entwicklung der Rechteerklärungen in den Einzelstaatsverfassungen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts – Der moderne Konstitutionalismus und seine Feinde im Innern
IV. Frankreich
Condorcet und die Diskussion um die amerikanischen Verfassungen vor 1789 – Verfassung und Revolution – Die Diskussion um einen Nationalkonvent im August 1791
V. England – Nordamerika – Frankreich: Entwicklungslinien und Divergenzen
Der Begriff der Verfassung im ausgehenden 18. Jahrhundert in Großbritannien, Nordamerika und Frankreich – Die Konstitutionalisierung der Volkssouveränität: England, Vereinigte Staaten, Frankreich – Demokratie und die Anfänge des modernen Konstitutionalismus in Amerika und Frankreich – Die Konstitutionalisierung des bürgerlichen Radikalismus – Von der pennsylvanischen Verfassung von 1776 zur jakobinischen Verfassung von 1793 – Unikameralismus vs. Bikameralismus in der amerikanischen und Französischen Revolution – Großbritannien und die Vereinigten Staaten: Zwei Wege zur westlichen liberalen Demokratie – Die Erklärung der Menschenrechte in Nordamerika und Westeuropa und die Rechte der Frau – Menschenrechte – Von sozialen zu individuellen Rechten
VI. Deutschland
Die Anfänge des modernen Konstitutionalismus in Nordamerika und Frankreich in der deutschen Wahrnehmung des ausgehenden 18. Jahrhunderts – Das erste Aufgreifen der Prinzipien des modernen Konstitutionalismus in Deutschland in den 1790er Jahren – Die Diskussion um den modernen Konstitutionalismus in Deutschland I: Das Beispiel der Verfassung von Cadiz – Die Diskussion um den modernen Konstitutionalismus in Deutschland II: Das Beispiel Karl von Rotteck – Die Diskussion um den modernen Konstitutionalismus in Deutschland III: Die Rolle des amerikanischen Beispiels – Napoleonische Verfassungen gegen modernen Konstitutionalismus – Die Verfassung von Westphalen als Beispiel – Der moderne Konstitutionalismus und die Anfänge der Verfassungsentwicklung in Deutschland, 1814 –1824 – Der moderne Konstitutionalismus auf seinem Höhepunkt im vormärzlichen Deutschland: Die kurhessische Verfassung von 1831 – Das Paulskirchenparlament 1848/49 auf der Suche nach einem Mandat: Verfassungsgebung ohne pouvoir constituant – Die Konstitutionalisierung des Bundesstaats in Deutschland 1849–1949: Zwischen Tradition und Innovation – Verfassungsentwicklung seit 1871 als die Geschichte der Durchsetzung des modernen Konstitutionalismus in Deutschland – Die Unvollendete: Weimar und der moderne Konstitutionalismus
VII. Europa/Europäische Union
Die universellen Werte der Europäischen Union und ihre historische Genese – Der Europäische Konvent: Ein Etikettenschwindel – Der verpasste Anlauf zu einer »vollkommeneren Union«: Lehren für die Zukunft? – Europäische Union und moderner Konstitutionalismus – Menschenrechte in Europa – Eine immerwährende Herausforderung – Vom Völkerrecht zum Verfassungsrecht: Minderheitenrechte und Minderheitenschutz in den Verfassungen des Neuen Europa nach dem Ersten Weltkrieg
VIII. Lateinamerika
Die frühen lateinamerikanischen Verfassungen zwischen modernem Konstitutionalismus und den Anfängen des Präsidentialismus – Zwischen Theorie und Praxis: Die Entwicklung des modernen Konstitutionalismus in Lateinamerika
Schlusswort
Verfassungs- und Personenregister

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.