Medienöffentliche Vorverurteilung - strafjustizielle Folgerungen für das Erwachsenen- und für das Jugendstrafverfahren?

Eine rechtsdogmatische Analyse auf der Grundlage einer empirischen Erhebung (Experteninterviews)

2009. 317 S.
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ISBN 978-3-428-13031-3
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ISBN 978-3-428-53031-1
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ISBN 978-3-428-83031-2
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Beschreibung

Die Auswirkungen der Medienberichterstattung auf das Justizwesen sind vielfältig. Dies gilt in besonderem Maße für die Berichterstattung der als Massenmedien bezeichneten Publikationsorgane.

Speziell aus dem Bereich der Strafjustiz werden in letzter Zeit mehr und mehr Stimmen laut, die die zunehmende Anzahl von Fällen beklagen, in denen der einer Straftat zunächst lediglich Verdächtige der Öffentlichkeit bereits als schuldiger Täter präsentiert wird - so geschehen im Fall des sog. Autobahnrasers. Die Karlsruher Justiz aus dem Jahre 2004 und in der Folge weitere Landgerichte haben auf diese Form eines "modernen Prangers" mit Strafmilderungen reagiert.

Christian Altermann behandelt die Frage, ob und wie einer häufig mit psychischen, physischen und weiteren Beeinträchtigungen des Beschuldigten verbundenen öffentlichen Vorverurteilung strafjustiziell begegnet werden kann bzw. muss. Hierzu enthält die Arbeit eine umfassende dogmatische Analyse einschlägiger Vorschriften des materiellen und prozessualen Rechts, stets danach differenzierend, ob im konkreten Fall Erwachsenen- oder aber Jugendstrafrecht zur Anwendung gelangen müsste. Die innerhalb der letztlich zu treffenden Abwägungsentscheidung heranzuziehenden Kriterien sowie Anwendungsbereiche, Voraussetzungen und Beschränkungen werden dabei im Einzelnen hergeleitet und erläutert.

In einem empirischen Teil wurden 33 Experteninterviews mit Strafrichtern am Landgericht Berlin geführt, deren Ergebnisse in die Darstellungen einbezogen wurden.

Dem strafjuristischen Rechtsanwender ermöglicht das sich insgesamt ergebende, für das Erwachsenen- und Jugendstrafrecht erstmalig gemeinsam und erschöpfend entwickelte Konzept nunmehr eine adäquate staatliche Reaktion auf Fälle öffentlicher Vorverurteilungen.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Erster Teil: Einleitung: Ein einführender Fall - Wirkmächtigkeit medialer Berichterstattung - Fragestellung und Gang der Untersuchung - Zweiter Teil: Zum Begriff der "medienöffentlichen Vorverurteilung": Bisherige Definitionsversuche - Neudefinition in Anlehnung an den allgemeinen Aussagegehalt der Unschuldsvermutung - Schlussbetrachtung zum Zweiten Teil - Dritter Teil: Zu Methodik und Praxis der empirischen Erhebung (Experteninterviews): Allgemeine Vorbemerkungen - Der Begriff des "Experten" - Das Experten-Interview - Schlussbetrachtung zum Dritten Teil - Vierter Teil: Konzeption einer strafjustiziellen Berücksichtigung: Mögliche Reaktionsebenen und -arten - Grundlegung einer strafzumessungsimmanenten Berücksichtigung - Grundlegung einer strafprozessualen Berücksichtigung - Schlussbetrachtung zum Vierten Teil - Fünfter Teil: Zusammenfassung und Ausblick - Anhang - Literaturverzeichnis - Sachwortverzeichnis

Pressestimmen

»Die vorliegende Publikation untersucht die Wirkung, die eine antizipierende Berichterstattung in den Medien auf den Strafprozess hat. Die dogmatische Auseinandersetzung wägt stets auch Argumente von Gegnern und Befürwortern fundiert ab. Anhand der übersichtlichen Strukturierung entsteht ein sehr guter Lesefluss. Der besondere Wert der Dissertation liegt darin, dass sie sich einem Phänomen unserer Zeit widmet, das – nicht nur in Deutschland – im Zunehmen begriffen ist und die Auseinandersetzung der Rechtsprechung mit der sogenannten vierten Gewalt daher notwendig macht.« Alice Sadoghi, in: Journal für Strafrecht, 6/2009

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