(Hrsg.)
Kant zu Geschichte, Kultur und Recht

Hrsg. von Wolfgang Bock

2015. XII, 301 S.
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ISBN 978-3-428-13368-0
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ISBN 978-3-428-53368-8
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ISBN 978-3-428-83368-9
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Beschreibung

Kants philosophische Begründung der Geschichts-, Kultur- und Rechtsphilosophie ist seit eh und je hoch umstritten. Werner Flach zeigt, dass ihre primäre Einordnung in die praktisch-ethische Systematik Kants eine verkürzende Einengung darstellt. Sie berücksichtigt nicht hinreichend die für Kants Gesamtsystematik zentrale Thematik der Teleologie und damit die grundlegenden Argumente der Kritik der Urteilskraft. Erst diese aber eröffnen den Blick auf das innovative Modell Kants. Es ermöglicht Erfahrungsgewinnung ohne die traditionell vorgenommene Trennung der beiden Bereiche von empirischer und kultureller Welt des Menschen. Zentraler Begriff in diesem Modell ist der Begriff der Freiheit. Ihm kommt die fundierende Rolle sowohl beim Verstehen von Geschichte als auch bei der Wahrnehmung von Kultur und im Aufbau wie im Vollzug des Rechts zu. Diese neue Perspektive macht einerseits verständlich, dass die fragliche Thematik bislang so umstritten war; andererseits zeigt sie zukunftsweisende Wege.

Inhaltsübersicht

Wolfgang Bock
Vorwort

Transzendentalphilosophie und Kritik. Zur Bestimmung des Verhältnisses der Titelbegriffe der Kantischen Philosophie

Die kantische Hypothek

Die theoretische Weltbetrachtung und die Disziplinierung der Vernunft

Kants Lehre von der Gesetzmäßigkeit der Empirie. Zur Argumentation der Kantischen Schematismuslehre

Das Problem der transzendentalen Deduktion: seine Exposition in der Kritik der reinen Vernunft und seine Wiederaufnahme im Neukantianismus der Südwestdeutschen Schule

Das Kategorienkonzept der kritischen Philosophie Kants und seine Revision in der Erkenntnislehre des Marburger Neukantianismus

Wissenschaftstheorie als Transzendentalphilosophie

Kritizistische oder dialektische Methode? Analyse und Bewertung

Kants sogenannte Reziprozitäts- oder Analytizitätsthese, seine Lehre vom Faktum der Vernunft und sein Geschichtsbegriff

Carl Leonhard Reinholds Aufnahme der Kantischen Faktumlehre in der Grundlegung der praktischen Philosophie und sein Freiheitsbegriff

Fichtes voluntativ-egologischer Begriff von Kultur und Geschichte als Revision der empiriologischen Ausrichtung der Kantischen Grundlegung des Geschichtsbegriffes

Kants Empiriologie

Zu Kants geschichtsphilosophischem »Chiliasmus«

Zu Kants Kultur- und Geschichtsphilosophie

Kants Geschichtsphilosophie

Kants Geschichtsphilosophie im Widerstreit

Zu Kants Lehre von sensus communis aestheticus

Zu Kants Lehre von der symbolischen Darstellung

Schillers Aufnahme des Kantischen Kulturbegriffes in den Briefen über die ästhetische Erziehung

Zur geltungstheoretischen Grundlegung der Gartenkunst

Erreichung und Errichtung. Über die empiriologische Orientierung der Kantischen Geschichtsphilosophie

Kants Begriff der Kultur und das Selbstverständnis des Neukantianismus als Kulturphilosophie

Kant zur Gründung von Recht und Rechtswissenschaft

Angeborenes Recht und erworbene Rechte, Vollbürger und Halbbürger

Schriftenverzeichnis Werner Flach

Personenregister

Pressestimmen

»Da Werner Flach einer der wenigen Philosophen der Gegenwart ist, die nicht bloß über Kant nachdenken, sondern mit ihm mitdenken und seinen Ansatz systematisch weiterführen, ist das Studium des vorliegenden Sammelbandes jedermann zu empfehlen, der an philosophischer Systematik interessiert ist, zumal sich die hier enthaltenen 24 Aufsätze zur Kantischen Philosophie keineswegs auf Beiträge zu ›Geschichte, Kultur und Recht‹ beschränken. […]« Kurt Walter Zeidler, in: Zeitschrift für Rechtsphilosophie, Neue Folge, Heft 2/2018

»Es ist erfreulich und ausgesprochen zu begrüßen, dass Werner Flachs Kantaufsätze nun in einem Band zugänglich sind. Das hohe und systematisch-philosophisch Niveau dieser Texte spricht für sich selbst. Flach philosophiert - um mit Zocher (1959) zu sprechen - mit Kant mit.« Prof. Dr. Reinhard Hiltscher, in: Kant-Studien, Band 108, Heft 4/2017

»Jeder, der sich in der gegenwärtigen Fachdiskussion nicht mit einer schlichten Phänomenen- oder einer Diskursanalyse begnügen möchte, sondern der ein vertieftes Interesse an grundlagentheoretischen Reflexionen zum Begriff der Geschichte, der Kultur, dem Recht, der Ästhetik. der Wissenschaft und Erkenntnis hat, dem sei die Lektüre der Aufsätze uneingeschränkt empfohlen!« Prof. Thomas Göller, in: Zeitschrift für Kultur- und Kolletikwissenschaft, Jg. 2, Heft 3 (=1/2016)

»Der sorgfältig edierte, gut ausgestattete Band vereinigt 24 Aufsätze des Autors, darunter zwölf bisher unveröffentlichte Texte. [...] Der Band bietet eine ausgetretene Pfade verlassende, bisweilen irritierend-neuartige Lesart von Kants Ansätzen zu einer ins Disziplinierungsprogramm der transzendentalen Empiriologie gefügten Kultur-, Geschichts- und Rechtsphilosophie. [...] Es bleibt zu hoffen, daß den Aufsätzen gründliches Studium zuteil wird und daß die Stimme ihres so scharfsinnigen wie unangepaßten Autors im polyphonen, dennoch von Jahr zu Jahr monotoner klingenden Sound des Chors derer, die den Philosophiebetrieb unterhalten, Gehör findet.« Reinhold Aschenberg, in: Philosophischer Literaturanzeiger, Bd. 69, 1/2016

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