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Heimkehr: Eine zentrale Kategorie der Nachkriegszeit

Geschichte, Literatur und Medien

2010. Abb.; 275 S.
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78,00 €
ISBN 978-3-428-13379-6
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70,00 €
ISBN 978-3-428-53379-4
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94,00 €
ISBN 978-3-428-83379-5
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Preis für Bibliotheken: 120,00 € [?]

Beschreibung

Heimkehr - eine elementare, existentielle und zugleich eine immer wieder aktualisierte, zeitgeschichtliche Kategorie wird hier am Beispiel der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in exemplarischen Beiträgen untersucht. Internationale Historiker, Literatur- und Medienwissenschaftler stellen die komplexe Situation der ineinander vermengten, ganz unterschiedlichen und z. T. konkurrierenden Heimkehren aus Krieg, KZ, Gefangenenlager, Evakuierung und Exil dar. In Fallstudien historiographischer Rekonstruktion und Analyse künstlerischer Darstellungen wie medialer Produkte aus der damaligen Zeit wie der jüngsten Gegenwart entsteht so ein facettenreiches Bild der Nachkriegszeit vor allem im deutschen Osten und Westen. Die existentiellen Situationen, die durch Roman- und Filmanalysen geschildert werden und die z. T. die persönlichen Erfahrungen der Autoren widerspiegeln, werden sowohl unter dem Gesichtspunkt der Generationsfrage untersucht wie auch im Bezug auf die gesellschaftliche Situation der 40er und 50er Jahre, in der die zentrale Frage der Schuld in verschiedenen Variationen angedeutet, thematisiert oder verschwiegen wird. "Heimkehren" heißt übrigens, sich immer wieder die Frage zu stellen, was nun die Heimat unter den veränderten Umständen geworden sei und was man zur demokratischen Erneuerung des Landes zu tun habe. Die ethisch-politischen Positionen der Interpreten des deutschen Wiederaufbaus werden nun ständig mit den propagandistischen Richtlinien des Staates im Osten und Westen konfrontiert.

Der Band liefert damit einen gewichtigen Beitrag zum differenzierteren Verständnis der Nachkriegszeit wie zur immer noch aktuellen Diskussion um eine angemessene Gedächtniskultur.

Inhaltsübersicht

Inhalt: E. Agazzi / E. Schütz, Heimkehren. Ein Vorwort - R. Schulze, Als Deutsche zu Deutschen? Geschichten einer Heimkehr in die Fremde: Umgesiedelte, Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten - H. Wrage, Flucht, Ankunft, Wandlung. Tradition und Transformation des Motivs der Heimkehr in der DDR-Kultur bis 1961 - F. Cambi, "Des Tags der Heimkehr habe ich geharrt / in deiner heiligen Allgegenwart". Literatur der Heimkehr und Sozialismus in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR der fünfziger Jahre - A. Bauerkämper, Die Heimkehr aus den USA und der politische Neuaufbau in Westdeutschland. Konservative Wissenschaftler als Förderer der Demokratie? - E. Schütz, "Spätheimkehrer". Mediale Reflexe zum Mythos von Adenauers Moskau-Reise - E. Banchelli, Heimkehr als Gründungsmythos: Walter Kolbenhoff - E. Gini, "Nachdenklich und hungrig". Heinrich Böll kehrt aus dem Krieg heim - C. Morelli, "Ich weiß, ich werde alles wiedersehn, / Und es wird alles ganz verwandelt sein." Carl Zuckmayers Rückkehr nach Deutschland - R. Calzoni, "Herzlich willkommen". Walter Kempowskis "erzwungene" Heimkehr - M. Vangi, "Sie lauschten dem echten Jazz ...". Generationsnarrationen in Paul Schallücks "Ankunft null Uhr zwölf" und Hans Benders "Eine Sache wie die Liebe" - E. Agazzi, Verweigerte Identitäten. Die Geschichte des Valentin Senger (1918-1997), Jude, Kommunist und Heimkehrer ohne Vaterland - M. Galli, 1946: Anmerkungen zu einigen frühen Heimkehrer-Filmen - W. Kabatek, Das Gestern im Heute: Inversion und Zukunftsversprechen. Zur Ästhetisierung von Ruinen in Film und Fotografie nach 1945 - A. Tacke / G. Tuch, Frauen auf der Flucht. "Nacht fiel über Gotenhafen" (1959), "Die Flucht" (2007) und "Die Gustloff" (2008) im Vergleich - S. Costagli, Männer und Frauen. Die BRD-Trilogie von Rainer Werner Fassbinder - A. Rota, Wiedersehen mit der Familie, Wiedersehen in der Heimat. "Söhne" von Volker Koepp - Nachwort - Personenregister

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