Gesetz und Gesetzgebung im Europa der Frühen Neuzeit
1998. Abb.; 286 S.
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Beschreibung

Gesetz und Gesetzgebung kommen bei der Ausbildung moderner Staatlichkeit erhebliche Bedeutung zu. Das gilt insbesondere für den frühneuzeitlichen Staat, der seine Ziele gerade durch Gesetzgebung zu erreichen suchte und insofern einen Monopolanspruch erhob. Diese Erkenntnisse dienten als Ausgangspunkt für die Fragestellung des Sammelbandes.

Die darin enthaltenen Aufsätze von Historikern und Rechtshistorikern wollen gegenüber dem Stand der Forschung die Perspektive in dreierlei Hinsicht erweitern: Erstens sehen sie das Thema im europäischen Kontext. Die Beiträge zu England, Frankreich und Italien erlauben es, Vergleiche zur Entwicklung im Deutschen Reich und in den Territorien zu ziehen; Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen vieles deutlicher erscheinen als bisher. Zweitens führt der methodische und inhaltliche Wechsel zwischen Untersuchungen zur Gesetzgebungstheorie und solchen zur Praxis der Gesetzgebung zu schärferen Einsichten über die Entwicklung von Gesetz und Gesetzgebung ab dem 16. Jahrhundert. Drittens greifen einige Beiträge bis ins 19. Jahrhundert aus, nehmen also die Frage der Kontinuität bzw. Diskontinuität insbesondere der sog. Kodifikationsbewegung in den Blick - einen Teilaspekt der generellen Frage nach dem Zusammenhang zwischen den Reformanstrengungen des aufgeklärten Absolutismus und des 19. Jahrhunderts.

Die Beiträge gelangen zu einer Vielzahl von wichtigen Ergebnissen u. a. zur Frage der Gesetzgebungskompetenz und der Gesamtrechtsordnung, zum Gesetzesbegriff, zum Zusammenhang zwischen Konfessionalisierung und Gesetzgebung, zur Normdurchsetzung und zum Verhältnis zwischen Gesetzgebungstheorie und -praxis im frühneuzeitlichen Staat. Der Sammelband erweitert, korrigiert und differenziert das bisherige Bild der Gesetzgebungsgeschichte der Frühen Neuzeit.

Inhaltsübersicht

Inhalt: D. Klippel, Zur Geschichte der Gesetzgebung in der Frühen Neuzeit. Eine Einführung - G. Lottes, Souveränität, Recht und Gesetzgebung im England des 16. Jahrhunderts - A. Cremer, Die Gesetzgebung im Frankreich des 16. und 17. Jahrhunderts - S. Goyard-Fabre, La rationalisation de la loi en France au XVIIIe siècle - A. Mazzacane, Jus commune, Gesetzgebung und Interpretation der "höchsten Gerichtshöfe" im Werk des De Luca - H. Mohnhaupt, Gesetzgebung des Reichs und Recht im Reich vom 16. bis 18. Jahrhundert - W. Brauneder, Frühneuzeitliche Gesetzgebung: Einzelaktionen oder Wahrung einer Gesamtrechtsordnung? - J. Kunisch, Staatsräson und Konfessionalisierung als Faktoren absolutistischer Gesetzgebung. Das Beispiel Böhmen (1627) - G. Schiemann, Usus modernus und Gesetzgebung - A. Holenstein, Gesetzgebung und administrative Praxis im Staat des Ancien Régime. Beobachtungen an den badischen Vogt- und Rügegerichten des 18. Jahrhunderts - B. Dölemeyer, Kodifikationspläne in deutschen Territorien des 18. Jahrhunderts - D. Klippel, Die Philosophie der Gesetzgebung. Naturrecht und Rechtsphilosophie als Gesetzgebungswissenschaft im 18. und 19. Jahrhundert - P. Caroni, Grundanliegen bürgerlicher Privatrechtskodifikationen

Pressestimmen

»Mit dieser Publikation wird zum einen die in den siebziger Jahren neu begonnene Diskussion um Gesetzesbegriff und ›Gesetzgebung‹ in der Antike und im Mittelalter im Hinblick auf die frühe Neuzeit fortgesetzt; zum anderen bereichern die innovativen Beiträge von ausgewiesenen Sachkennern den Kenntnisstand auf dem Gebiet der neueren europäischen Rechts- und Ideengeschichte.«
Heiner Lück, in: Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 1/2001

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