Freiheit und Herrschaft in der Rechtsphilosophie des Thomas Hobbes
1998. 301 S.
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Beschreibung

Wenn Hobbes die Behauptung aufstellt, die wissenschaftliche Begründung der politischen Philosophie sei nicht älter als sein Buch "De Cive", reflektiert er den Umstand, daß sein eigener Versuch einer philosophischen Begründung von Recht und Staat entschieden mit der vorhergehenden Naturrechtstradition bricht. Anders als seine Vorgänger bestreitet Hobbes, daß die Geltungsgründe für die gesetzliche Einschränkung der Handlungsfreiheit in der teleologisch verstandenen Naturordnung oder im göttlichen Schöpfungswillen zu finden sind. Mit dieser Kritik bereitet Hobbes den Boden für die geltungstheoretische Revolution der neuzeitlichen Rechtsphilosophie: Anstelle die normativen Prinzipien auf die Natur oder den göttlichen Willen zurückzuführen, entwirft er eine Theorie, in deren Zentrum der Versuch steht, das Verhältnis von Freiheit und Herrschaft, Recht und Gesetz ausschließlich aus den Prinzipien der menschlichen Vernunft zu bestimmen. Im Unterschied zu den in der aktuellen Hobbes-Forschung weit verbreiteten Versuchen, Hobbes' politische Philosophie ausschließlich unter politikwissenschaftlichen oder klugheitstheoretischen Gesichtspunkten zu interpretieren, geht es der vorliegenden Studie um den Nachweis, daß Freiheit und Herrschaft die beiden Pole sind, um welche sich die Hobbessche Rechtsphilosophie dreht.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Einleitung: Karneades und Hobbes: Ein antiker Angriff auf die Naturrechtslehre und seine neuzeitlichen Folgen - A. Das Naturzustandsargument: Der Aufbau von 'De Cive' und der begründungstheoretische Zusammenhang von 'Libertas' und 'Imperium' - Der Primat des natürlichen Gesetzes in der traditionellen Naturrechtslehre - Hobbes' geltungstheoretische Revolution - Die Suche nach dem Fundament des natürlichen Rechts - Der rechtslogische Status des 'ius in omnia' - Der Naturzustand als Kriegszustand - Der praktische Selbstwiderspruch des Naturzustandes und das exeundum - B. Die Theorie der natürlichen Gesetze: Die Definition des natürlichen Gesetzes - Die widersprüchliche Verhältnisbestimmung von Recht und Gesetz - Die Bedeutung der 'recta ratio' - Die natürlichen Gesetze als konstitutive Formalbedingungen des Rechtsfriedens - Die natürlichen Gesetze als Prinzipien der staatsbürgerlichen Tugend - Die Frage nach dem verbindlichkeitstheoretischen Status der natürlichen Gesetze - Vom Prinzip der Moralität zur Begründung des Rechtszwanges - C. Hobbes' philosophische Staatsrechtslehre: Staatsrecht und Souveränität - Die Theorie des staatsbegründenden Vertrages - Die rechtlichen Implikationen des Hobbesschen Staatsbegriffs - D. Die Widersprüche der Hobbesschen Staatsrechtslehre: Die Antinomie zwischen Naturrecht und staatlichem Gesetz - Das Despotismusproblem - Schlußbetrachtung: Hobbes und das Problem der Positivität des Rechts - Literaturverzeichnis - Sachregister

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