Evolutionsbiologische Grundlagen des Rechts

Zum Einfluss neurogenetischer Information auf das Recht. Ein Beitrag zur Rechtsethologie unter besonderer Berücksichtigung des Vertrauens im Recht

2001. Abb.; 230 S.
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Beschreibung

Mit der vorliegenden Arbeit bietet Alexandre von Rohr einen umfassenden Überblick über die rechtsethologische Forschung und liefert zugleich neue Einblicke in den Zusammenhang von Verhaltensforschung und Recht.

Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass Normen den biologisch vorgegebenen Verhaltensrahmen des Menschen zu beachten haben, weil sie sonst kaum die beabsichtigten Verhaltenssteuerungen erreichen. Anschliessend wird ein neues Erklärungsmodell zum Zusammenwirken von normativen und biologischen Verhaltensanweisungen entwickelt. Es ist dies das Modell der drei verhaltensleitenden Informationspools. Grundgedanke ist dabei, dass der Mensch zur eigenen Verhaltenssteuerung auf Informationen über seine Umwelt angewiesen ist. Dabei stehen ihm drei Informationspools zur Verfügung: der genetische, der neuronale und der kulturelle Informationspool. Normen sind Teil des kulturellen Informationspools, wodurch sich im Zusammenspiel mit dem genetischen und neuronalen Informationspool ein vielfältiges Wirkungsgefüge ergibt. Diese Zusammenhänge werden umfassend aufgedeckt und auf das Verhaltensphänomen "Vertrauen" im Recht übertragen.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Einleitung - A. Die biokulturelle Koevolution als Argument für die Integration naturwissenschaftlicher Fakten in das Recht: Bestandsaufnahme zur interdisziplinären Blindheit - Koevolution von biologischer und kultureller Evolution - Vom Wert der Ethologie für die Rechtswissenschaft im besonderen - Probleme einer evolutionsbiologischen Betrachtung des Rechts - B. Verhalten und Information: Verhalten als Funktion von Information - Informationsquellen des Verhaltens - C. Der Einfluss genetischer Information auf normgelenktes Verhalten: Evolutionstheorie als rahmengebende Theorie - Genetischer Eigennutz als biologisches Prinzip - Soziobiologische Thesen über menschliches Verhalten - Genetische Information der Brutpflege als Kondensationspunkt für Normen - Normen und agonale Verhaltensdispositionen - D. Der Einfluß neuronaler Information auf normgelenktes Verhalten: Der Einfluss stammesgeschichtlich unterschiedlich alter Gehirnteile auf normgelenktes Verhalten - Aufbau und Funktionsweise des neuronalen Netzes - Verarbeitung neuronaler Information - Neuronale Plastizität und Normschöpfung - Der Aufbau eines Normengerüstes aufgrund neurogenetisch gespeicherter Werte - E. Vertrauen als Anwendungsbereich rechtsethologischer Forschung: Begründung für die Wahl des Verhaltensphänomens "Vertrauen" - Reduktion überfordernder Komplexität als ethologischer Zusammenhang von Vertrauen und Normen - Aus der Evolutionsbiologie abgeleitete allgemeine Kriterien für die Ausgestaltung des rechtlichen Vertrauensschutzes - Ethologische Annäherung an die doppelte Vertrauenskollision gemäss Art. 933 ZGB - F. Fazit - Literaturverzeichnis, Sachwortverzeichnis

Pressestimmen

»Ein faszinierendes Buch, schon deswegen, weil die Ethologie und noch mehr die Soziobiologie äußerst spannende Materien sind und weil es von Rohr gelingt, die naturwissenschaftlichen Grundlagen auch für den (jedenfalls interessierten) Laien gut verständlich einzuführen. […] Das Besondere an von Rohrs Werk ist aber die permanente Verknüpfung mit dem Recht, und zwar nicht nur in den einschlägigen längeren Abschnitten, sondern auch anhand von kleinen, äußerst geschickt gewählten Beispielen aus den verschiedensten Bereichen, die auch in die Darstellung außerrechtlicher Zusammenhänge immer wieder eingestreut werden.«
Dr. Hans Kudlich, in: Life & Law 7/2002

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