Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution

Studien zum bellizistischen Diskurs des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts

1999. Abb.; VIII, 361 S.
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Beschreibung

Im Gefolge der Revolutions- und Befreiungskriege am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat sich ein grundlegender Wandel in der Handhabung und Einschätzung des Krieges vollzogen: das ist allgemein bekannt und in der Politikwissenschaft ebenso wie in der Historie immer wieder dargestellt und erörtert worden. Bemerkenswert ist jedoch, daß dieser Wandel von der gezähmten zur entfesselten Bellona bereits in einer Generation einsetzte, die noch ganz von den Humanitätsidealen der Aufklärung und dem mechanistischen Weltbild des Rationalismus geprägt war.

So wird in diesem Band diskutiert, unter welchen politischen und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen es möglich war, daß man sich im Zeitraum von wenigen Jahrzehnten von der Gewißheit, den ewigen Frieden stiften zu können, abwandte und den Krieg als moralische Anstalt wiederentdeckte und zu rechtfertigen versuchte. Dabei hat sich herausgestellt, daß es nicht die Französische Revolution und die in ihrem Gefolge geführten Kriege allein gewesen sind, die diese "Enthegung des Krieges" (Herfried Münkler) zustande brachten. Vielmehr kann es nach den weit ausholenden begriffsgeschichtlichen Untersuchungen von Wilhelm Janssen als erwiesen gelten, daß sich bereits vor der Revolution und besonders auch in Deutschland ein neuer Bellizismus herauszubilden begann, der zahlreiche Argumente lieferte, deren man sich dann in der patriotisch aufgeladenen Debatte der Befreiungskriege bedient hat. Die Wurzeln für den nachrevolutionären Bellizismus liegen also bereits im ancien régime und sind offensichtlich jenem Phänomen zuzuordnen, das als "Dialektik der Aufklärung" bezeichnet worden ist.

Inhaltsübersicht

Inhalt: R. Sprandel, Die Rechtfertigung des Krieges durch die Hofchronisten im spätmittelalterlichen Deutschland - M. Bohlender, Die Poetik der Schlacht und die Prosa des Krieges. Nationalverteidigung und Bürgermiliz im moralphilosophischen Diskurs der schottischen Aufklärung - W. Janssen, Johann Valentin Embser und der vorrevolutionäre Bellizismus in Deutschland - J. Kunisch, Die Denunzierung des Ewigen Friedens. Der Krieg als moralische Anstalt in der Literatur und Publizistik der Spätaufklärung - H.-U. Thamer, "Freiheit oder Tod". Zur Heroisierung und Ästhetisierung von Krieg und Gewalt in der Ikonographie der Französischen Revolution - P. Paret, Die Darstellung des Krieges in der Kunst - W. von Bredow, Goethe in Valmy - J. Heideking, "People's War or Standing Army?" Die Debatte über Militärwesen und Krieg in den Vereinigten Staaten von Amerika im Zeitalter der Französischen Revolution - M. Sikora, Scharnhorst und die militärische Revolution - A. Herberg-Rothe, Die Entgrenzung des Krieges bei Clausewitz - J.-J. Langendorf, Rühle von Lilienstern und seine Apologie des Krieges - M. Mori, Das Bild des Krieges bei den deutschen Philosophen - H. Münkler, "Wer sterben kann, wer will denn den zwingen". Fichte als Philosoph des Krieges - P. J. Brenner, Jean Pauls Friedens-Predigt. Die Ästhetisierung des Krieges in den "Politischen Schriften" - E. Weber, Der Krieg und die Poeten. Theodor Körners Kriegsdichtung und ihre Rezeption im Kontext des reformpolitischen Bellizismus der Befreiungskriegslyrik - A. Dörner, Funktionale Barbarei. Heinrich von Kleists "Kriegstheater" und die Politik des Zivilisationsabbaus

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