Die Unterstützung fremder Straftaten durch berufsbedingtes Verhalten
2004. 576 S.
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ISBN 978-3-428-11444-3
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Beschreibung

Im modernen, von Arbeitsteilung geprägten Wirtschaftsleben nehmen auch Straftäter zur Begehung ihrer Tat Leistungen anderer Personen in Anspruch. Von großer praktischer Relevanz sind etwa der Transfer von Geldern ins Ausland durch Bankangestellte, den der Kunde später zur Steuerhinterziehung nutzt, die Einrichtung eines Kontos, über das der Kunde betrügerische Geschäftsbeziehungen abwickelt oder der Verkauf von Tabakwaren an Händler, die diese später unter Verletzung von Steuer- und Zollvorschriften veräußern.

In solchen Fällen ist fraglich, wann sich derjenige, der an den Täter nur seine üblichen beruflichen Leistungen wie an jedermann sonst erbringt, selbst strafbar macht: Nach allgemeinen Grundsätzen scheint hier auf den ersten Blick eine weitreichende strafrechtliche Verantwortlichkeit des Berufsträgers nahe zu liegen, die jedoch vielfach für unangemessen gehalten und seit einigen Jahren in Literatur und Rechtsprechung kontrovers diskutiert wird.

Ausgehend von der Phänomenologie berufsbedingter Unterstützungshandlungen sowie unter Einbeziehung von rechtstheoretischen, verfassungsrechtlichen und strafrechtsdogmatischen Grundlagen entwickelt Hans Kudlich ein Modell für das Handeln in sich überschneidenden Verantwortlichkeitskreisen und unterbreitet differenzierende Lösungsvorschläge zum Problem berufsbedingter Unterstützungshandlungen.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Einleitung - 1. Teil: Einordnung und Entfaltung der Fragestellung: Begriffliche Annäherung - Einordnung in den Gesamtkontext - Zwischenergebnis und Konkretisierung der Fragestellung - 2. Teil: Bestandsaufnahme: Ziele und Struktur der Darstellung - Wichtige Lösungsaspekte in der bisherigen Diskussion - Analyse des Meinungsstandes zur Vorbereitung weiterer Überlegungen - 3. Teil: Grundlegungen einer eigenen Lösung: Allgemeine Grundlagen ("Neutralität" vs. "Kontextabhängigkeit" / Grund und Grenzen staatlichen Strafens / Das Verhältnis des Strafrechts zu anderen rechtlichen und sozialen Normen) - Verfassungsrechtliche Grundlagen (Zum grundsätzlichen Nutzen verfassungsrechtlicher Überlegungen / Äußere Anforderungen an die Problemlösung durch das strafrechtliche Gesetzlichkeitsprinzip [Art. 103 II GG] / Inhaltliche Anforderungen an die Problemlösung durch Berufsfreiheit [Art. 12 GG] und Verhältnismäßigkeitsgrundsatz [Art. 20 III GG]) - Strafrechtsdogmatische Grundlagen (Begründung des Unwerturteils beim vorsätzlichen Begehungsdelikt / Sonderfragen beim Zusammentreffen mehrerer Verursacher / Zurechnungserleichterungen und -erschwerungen in besonderen Konstellationen) - 4. Teil: Synthese - Strafbarkeit berufsbedingter Unterstützungshandlungen: Querschnittanalyse der bisherigen Überlegungen: Die Leitgesichtspunkte der eigenen Lösung - Die einzelnen Grundsätze der strafrechtlichen Verantwortlichkeit für berufsbedingte Unterstützungshandlungen - Exemplifizierung und Konkretisierung: Die Anwendung auf einzelne Fallgruppen - Gesamtzusammenfassung und Ergebnisse - Literaturverzeichnis - Sachverzeichnis

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