Die (Un-)Wirksamkeit von Schiedsvereinbarungen im Berufssport
2020. 5 Abb.; 368 S.
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Beschreibung

Im Berufssport ist es allgemein üblich, dass nur diejenigen Athleten an Wettkämpfen teilnehmen dürfen, die vorher mit dem Veranstalter eine Schiedsvereinbarung geschlossen haben. Die Causa »Pechstein« hat gezeigt, dass hinsichtlich der rechtlichen Bewertung dieser Schiedsvereinbarungen zum Court of Arbitration for Sport (CAS) noch viele Fragen offen sind.

Einigkeit besteht in Rechtsprechung und Literatur lediglich dahingehend, dass Sportschiedsvereinbarungen in der Praxis oktroyiert werden. Der Autor unterzieht CAS-Schiedsvereinbarungen daher einer umfassenden rechtlichen Wirksamkeitskontrolle. Er kommt zu dem Ergebnis, dass im Rahmen des Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 102 AEUV und der AGB-Kontrolle eine umfassende Interessenabwägung der einzelnen Organisations- und Verfahrensregeln des CAS entscheidend ist. Er erkennt dabei in mehreren Regeln einen Verstoß gegen die geprüften Normen. Auch auf Grundlage der »Achmea«-Rechtsprechung bejaht er einen Rechtsverstoß. Demgegenüber steht die Erkenntnis, dass aus dem Justizgewähranspruch kein Freiwilligkeitserfordernis abgeleitet werden kann.

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

Gegenstand und Ziel der Untersuchung – Gang der Untersuchung

2. Problemstellung (oktroyierte Schiedsvereinbarungen)

Organisationsstruktur des Sports – Beispiele der Einbindung von Schiedsvereinbarungen bei Sportveranstaltungen – Oktroyierte Schiedsvereinbarungen im Sport

3. Schiedsgericht und Schiedsvereinbarung

Schiedsgericht – Schiedsvereinbarung – Schiedsanordnung, § 1066 ZPO – Schiedsverfahrensvereinbarung

4. Grundlagen zur rechtlichen Bewertung oktroyierter Schiedsvereinbarungen

Verfassungsrechtliche Grundlagen – Völkerrechtliche Grundlagen – Europäische Grundlagen

5. Verzicht auf den Justizgewähranspruch durch Schiedsvereinbarungen

Rechtsprechung – Literatur – Stellungnahme

6. Partieller Verzicht auf Garantien des Art. 6 Abs. 1 EMRK durch Schiedsvereinbarungen

Verzicht auf die Garantie des Zugangs zu einem auf Gesetz beruhenden Gericht – Öffentlichkeit – Unabhängigkeit und Unparteilichkeit (Neutralität)

7. Unmittelbar wirkende Rechtsnormen

§ 11 Anti-Doping Gesetz – Verbotsgesetz, § 134 BGB i. V. m. 102 AEUV – Verbotsgesetz § 134 BGB i. V. m. Art. 267, 344 AEUV (Achmea-Rechtsprechung des EuGH) – AGB-Kontrolle, §§ 305 ff. BGB – Sittenwidrigkeit, § 138 BGB – Treu und Glauben, § 242 BGB

8. Ergebnisse der Untersuchung in Thesen

Literaturverzeichnis

Sachverzeichnis

Pressestimmen

»Tim Hülskötter hat sich für seine Untersuchung ein Thema ausgesucht, dass den Sport und die Sportpolitik seit über 10 Jahren heftig bewegt. Kaum ein Thema wurde (und wird) so kontrovers diskutiert, und zu kaum einem sportrechtlichen Thema gibt es eine so große Fülle an Publikationen wie zu der Frage der Wirksamkeit von Schiedsvereinbarungen zwischen Athleten und Sportverbänden. Dem Autor gelingt es anhand einer sehr gut strukturierten und dogmatisch genauen Untersuchung, unter sorgfältiger Auswertung der (nationalen und internationalen) Rechtsprechung und des Schrifttums, der Diskussion noch neue Denkanstöße zu verleihen.« Annett Rombach, in: SpuRt, 6/2020

»Das nun vorliegende Werk bietet Wissenschaft und Praxis eine hilfreiche Analyse über Grenzen und Gestaltungsmöglichkeiten von Schiedsvereinbarungen im Sport. Die ausführlichen Erläuterungen bieten aber auch über den Bereich des Sports hinaus einen sehr gelungenen Überblick über das Recht der Schiedsvereinbarungen.[...] Das Werk leistet vor diesem Hintergrund, auf Grundlage einer sorgfältigen wissenschaftlichen Analyse, eine weitere Fundierung der einschlägigen Rechtsprechung und kann von der Praxis als Leitfaden für die
rechtssichere Ausgestaltung von Schiedsvereinbarungen im Sportbereich herangezogen werden.« Prof. Dr. Fabian Stancke, in: Wirtschaft und Wettbewerb, 12/2020

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