Die Umsetzung wirtschaftspolitischer Grundkonzeptionen in die kontinentaleuropäische Praxis des 19. und 20. Jahrhunderts, I. Teil

Studien zur Entwicklung der ökonomischen Theorie XVI

1997. Tab., Abb.; 233 S.
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Beschreibung

Der vorliegende Band ist der erste von zwei aufeinanderfolgenden Bänden, die dem Thema "Die Umsetzung wirtschaftspolitischer Grundkonzeptionen in die kontinentaleuropäische Praxis des 19. und 20. Jahrhunderts" gewidmet sind.

Wirtschaftswissenschaftler entwerfen wirtschaftspolitische Grundkonzeptionen. Wie aber wurden diese in die Praxis umgesetzt? Wiederholt gewinnt man den Eindruck, daß die Umsetzung dem Zufall und dem politischen Tagesopportunismus mehr verdankt als der wissenschaftlichen Idee.

Nicht nur bei der politisch interessierten Allgemeinheit, sondern auch bei Wirtschaftswissenschaftlern das Verständnis für die Prozesse ihrer gesellschaftlichen und politischen Wirkungsgeschichte zu wecken, war das Bestreben des Dogmenhistorischen Ausschusses in seiner Themensetzung.

Birger P. Priddat schildert, wie Karl Heinrich Rau die grundsätzlichen Postulate von Adam Smith für die deutsche Verwaltungs- und Gesetzgebungspraxis fruchtbar zu machen versuchte und wie er damit ein Deregulierungsprogramm als neue Aufgabe der Verwaltungsjuristen entwarf. Karl Heinz Schmidt zeigt, wie die jüngere deutsche historisch-ethische Schule in ihrer Gestalt als sozialpolitische Schule ein markantes Beispiel für die erfolgreiche Politikbeeinflussung durch die wirtschaftswissenschaftliche Konzeption einer Gruppe von Gelehrten bietet. Der Beitrag des Herausgebers ist ganz und gar von der Skepsis getragen, ob in Mitteleuropa wirtschaftsliberale Politik tatsächlich auf die wissenschaftlichen Konzepte der großen liberalen Ökonomen zurückging. Rainer Klump erklärt die Entstehung des Konzeptes der Sozialen Marktwirtschaft bis zur Währungsreform aus dem Konvergenzprozeß recht unterschiedlicher Einzelströmungen, ein Beitrag, welchen Norbert Kloten in seinem Koreferat zu hinterfragen versucht. Abschließend schildert Kloten in faszinierendem Detail die konzeptionellen Schwierigkeiten der Erarbeitung der deutsch-deutschen Währungsreform von 1990. In der Weite seines zeitlichen Horizontes führt der Band somit in Politikwerdungsprozesse unter ganz verschiedenen historischen Bedingungen ein.

Inhaltsübersicht

Inhalt: B. P. Priddat, Volkswirthschaftspolizei bzw. -politik als Kunstlehre der Beamten-Juristen. Zur Theorie und Praxis der 'angewandten Volkswirthschaftslehre' im frühen deutschen 19. Jahrhundert - K.-H. Schmidt, Gustav Schmoller und die Entwicklung einer sozialpolitischen Schule in Deutschland - E. W. Streissler, Der Wirtschaftsliberalismus in Mitteleuropa: Umsetzung einer wirtschaftspolitischen Grundkonzeption? - R. Klump, Wege zur Sozialen Marktwirtschaft. Die Entwicklung ordnungspolitischer Konzeptionen in Deutschland vor der Währungsreform - N. Kloten, "Was zu bedenken ist". Bemerkungen zum Referat von R. Klump - N. Kloten, Der theoretische Hintergrund der deutsch-deutschen Währungsunion

Pressestimmen

»Insgesamt ist festzustellen, daß der vorliegende Band über die Dogmengeschichte der Wirtschaftswissenschaft viele ausgesprochen spannende Beiträge enthält, die ein Licht darauf werfen, wie sich das Zusammenspiel zwischen wirtschaftswissenschaftlichem Vor- und Nachdenken und seiner Umsetzung in die wirtschaftspolitische Praxis gestalten kann. Von daher ist der Band allen jenen zur Lektüre zu empfehlen, die aufgerufen sind, die wirtschaftliche Entwicklung gestaltend zu beeinflussen sowie jenen, die daran interessiert sind zu erfahren, wie wirtschaftswissenschaftliche ersonnene Konzeptionen in die Praxis umgesetzt worden sind. Die besprochenen Beiträge sollten schließlich auch jenen zu denken geben, die darüber zu entscheiden haben, ob die Studiengänge der Wirtschaftswissenschaft ausschließlich oder auch nur vorwiegend daran ausgerichtet werden sollten, was an unmittelbaren Erträgen der Studentenausbildung und der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung erwartet werden kannn.« Dr. Klaus-Peter Fox, in: Gemeinsames Ministerialblatt Saarland, 9/1998

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