Die Rezeption »westlicher« Verfassungsrechte in der Türkei

Die türkische Verfassung von 1961

2021. 331 S.
Erhältlich als
89,90 €
ISBN 978-3-428-18212-1
sofort lieferbar
79,90 €
ISBN 978-3-428-58212-9
sofort lieferbar
Preis für Bibliotheken: 104,00 € [?]

Beschreibung

Seit den Reformperioden im Osmanischen Reich und noch stärker seit der Gründung der Republik Türkei war die Rezeption von Recht aus dem ›Westen‹ eine der maßgeblichen Methoden zur Reform und Entwicklung des türkischen Rechts. Hieran knüpft die Arbeit an und geht der Fragestellung nach, welche Normen, Prinzipien und Institutionen aus dem ›Westen‹ bei der Ausarbeitung der Verfassung von 1961 durch die türkischen Verfassungsgeber übernommen wurden. Dabei werden sowohl die Gründe und Legitimationen als auch die Grenzen der Rezeption ›westlicher‹ Verfassungsrechte untersucht.

Die Arbeit legt dar, dass die türkischen Verfassungsgeber im Wege einer vergleichenden, selektiven Rezeption eine Verfassung schufen, die eine Komposition aus verschiedenen Verfassungsordnungen darstellte. Zu diesen Verfassungsordnungen gehörten neben der türkischen Vorgängerverfassung von 1924 in erster Linie die italienische Verfassung von 1947/1948 und das deutsche Grundgesetz von 1949. Zudem kam der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte eine Vorbildfunktion zu.

Inhaltsübersicht

A. Einleitung
B. Der Rezeptionsbegriff als Untersuchungsgrundlage
C. Forschungsstand und Quellenlage
D. Die Entstehung der Verfassung von 1961:
Historischer Kontext: Autoritäre Zivilregierung, politische Unruhen und Militärintervention – Organisatorische Grundlagen – Der Kemalismus und seine Vorgaben für die Verfassung von 1961 – Gründe für eine neue Verfassung – Fazit
E. Die Verfassung von 1961 unter besonderer Berücksichtigung von Rezeptionsvorgängen: Begründung der Auswahl – Staatsorganisation – Grundrechte – Fazit
F. Legitimationen und Gründe für die Rezeption »westlicher« Verfassungsrechte: Berufung auf Mustafa Kemal Atatürk und die kemalistische Bewegung – Die Identität der Republik Türkei mit dem Osmanischen Reich und die Kontinuität der verfassungsrechtlichen Entwicklung – Das besondere Verhältnis zum »Westen« – Fazit
G. Motive und Ursachen für die Wahl der italienischen Verfassung von 1947/1948 und des deutschen Grundgesetzes von 1949 als Hauptgegenstände der Rezeption: Anspruch auf Modernität – Erfahrungen mit Diktaturen – Der Antikommunismus in der Türkei – Fazit
H. Grenzen der Rezeption: Der türkische Nationalismus – Rolle des Islam und das Verhältnis zwischen Staat und Religion – Das Militär als politischer Faktor
I. Zusammenfassung, Bewertung und Ausblick
Literatur-, Quellen- und Sachwortverzeichnis

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.