Die politische Rolle des FDGB-Feriendienstes in der DDR

Sozialtourismus im SED-Staat. Mit Geleitworten von Vera Lengsfeld / Klaus Schroeder

2011. Tab., Abb.; XXIV, 469 S.
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ISBN 978-3-428-13621-6
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ISBN 978-3-428-83621-5
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Beschreibung

Thomas Schaufuß erläutert die politischen Innen- und Außenansichten des FDGB-Feriendienstes der DDR, vergleicht den Feriendienst mit dem KdF und deckt die bisher unbekannten Hintergründe und politischen Verflechtungen im System des SED-Staates auf. Als Fallbeispiel analysiert er das prestigeträchtige FDGB-Erholungsheim "Am Fichtelberg".

Wann immer sich ehemalige DDR-Bürger erinnern, gewinnt man den Eindruck, es gab zwei Länder mit dem Namen DDR. Für die einen ein Unrechtsstaat, für die anderen ein Land mit preiswertem Urlaub an der Ostsee, im Erzgebirge und mit gemeinschaftlichen Brigadefeiern. Dass die hochsubventionierten, preiswerten Ferienaufenthalte ein Teil der SED-Politik und somit der sozialistischen Diktatur waren, wird anhand einer umfangreichen Aktenstudie dokumentiert. Der Feriendienst des FDGB war Lockmittel, schöner Schein und zugleich Hauptbestandteil der DDR-Sozialpolitik. Der mitgliederstärksten Massenorganisation der DDR, dem FDGB, wurde dabei eine herausragende Rolle bei der Durchsetzung der politischen Ziele zuteil. Die politische Rolle des FDGB-Feriendienstes von 1949 bis 1989 wird dargelegt, die Facetten der Reisemöglichkeiten und der Verteilung nachgezeichnet.

Der Autor stellt die Wechselbeziehung zwischen DDR-Planwirtschaft und den Bedürfnissen der Urlauber bis zur Auflösung der Einheitsgewerkschaft dar.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: I. Einleitung - II. Geschichtlicher Rückblick zur Ferien- und Reisegestaltung in Deutschland: Arbeiterreisen in der Weimarer Republik - Urlaubsanspruch und Reisen von Arbeitnehmern 1933-1945 - III. Geschichte des FDGB-Feriendienstes - IV. Politik, Freizeit und Urlaub in der DDR: Die Organisation der Verteilung und deren Kriterien - Reisen als Bildungs- und Kulturauftrag - Freizeitverhalten der DDR-Bürger - Urlaub und soziale Distinktion - Reisemöglichkeiten - Auslandsreisen - Urlauberschiffe - Kapazitäten - Politische Aufgaben der Einrichtungen des FDGB-Feriendienstes - Überwachung und Kooperation mit der SED und Staatssicherheit - V. Transformation des FDGB-Feriendienstes der Jahre 1979-1989: Anpassung an die Tourismuspolitik - Geschwindigkeit des Wandels im politischen System "DDR" - Wechselbeziehungen zwischen der DDR-Planwirtschaft und den Bedürfnissen der Urlauber - VI. Das Fallbeispiel des FDGB-Ferienheimes "Am Fichtelberg": Der Feriendienst im Bezirk Karl-Marx-Stadt - Allgemeine Aufgaben - Die architektonische Gestaltung - Die künstlerische Gestaltung der Ferienanlage - Personalpolitik im Hotel - Kulturpolitik im Hotel. Freizeitgestaltung und Unterhaltung - Reisen als Kollektiverlebnis - Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit - Politisch beeinflusste Esskultur - NSW-Tourismus und Delegationen - Zweiklassengesellschaft - VII. Die Auflösung des FDGB-Feriendienstes nach der Wende - VIII. Schlussbetrachtung - Nachwort, Anhang, Bibliographie

Pressestimmen

»Thomas Schaufuß hat sich dankenswerterweise daran gemacht, den Mythos vom billigen Urlaub für alle zu enttarnen. Heraus kam eine höchst informative, fundierte Studie über den Sozialurlaub von FDGBs Gnaden.« Vera Lengsfeld, in: Die Asche des Guten, online 15.12.2011

»[...] aber nicht nur Fachleute kommen bei der Lektüre auf ihre Kosten: Geschichte und Geschichten des gewerkschaftlich organisierten Urlauberwesens ergeben ein vollständiges und facettenreiches Bild [...].« Immo Sennewald, in: Literaturwelt, online 04.01.2012

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