Die Performativität der Satire bei Karl Kraus

Zu seiner »geschriebenen Schauspielkunst«

2015. 11 Abb.; 359 S.
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ISBN 978-3-428-14435-8
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ISBN 978-3-428-54435-6
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Beschreibung

Karl Kraus (1874–1936) hat seine satirischen Texte, die er nicht nur in seiner Zeitschrift Die Fackel drucken ließ, sondern auch in Lesungen vortrug, »geschriebene Schauspielkunst« genannt. Bei ihrer ›Aufführung‹ handelt es sich um die Interpretation der Sätze im anspruchsvoll aphoristischen Stil, aber auch um das Erlebnis der materialen Präsenz des Wortes und Zeichens sowie der dadurch bewirkten Sprach-Ereignisse. Beim Publikum sollte so eine Ehrfurcht vor dem ästhetischen sowie ethischen Wert der Sprache hervorgerufen werden, der durch die Presse beeinträchtigt gewesen sei. Die Akte, welche die Kraussche Sprache dabei ausführt, werden hier, anhand seiner Werke bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, vom Aspekt der Performativität aus betrachtet. Dieser Versuch zielt darauf, die Kraus-Forschung so zu erneuern, dass man in Kraus' Satire ein nie veraltendes Modell der Literatur entdecken kann, das sogar das Potential einer Kritik an der heutigen ›Herrschaft‹ der Informationstechnologie aufzuweisen scheint.

Inhaltsübersicht

Einleitung

Die gegenwärtige Szene der Kraus-Rezeption – Zielsetzung unserer Untersuchung

A. Zwischen Publizistik und Bühne

Wider die »affectirte Beziehung zur Kunst« bei den ›Jung-Wienern‹ – Die Konfrontation der Fackel mit der Theatralität der Presse-Meldung – Die Sprache als Gewalt im Spannungsfeld von Rassismus und Doppelmoral – Der Gedanke über den Stil: Eine sowohl ethische als auch ästhetische Frage

B. Kritische Übernahme von Techniken Heinrich Heines

Vorstufen der Entstehung von ›Heine und die Folgen‹ – Ausbruch aus der romantischen Ästhetik der Satire – Legitimation der Satire als Kunst im Gegenzug zur Herrschaft der Presse

C. »Geschriebene Schauspielkunst« – Satire, Performativ

Die Entdeckung des Sprachsatirikers Nestroy – Zur Herkunft der Satire aus der Theaterpraxis – Zur performativen Umgestaltung der Satire im Spannungsfeld der Aisthesis

D. Der Leseabend als Ritual. Zur Performance-Ebene der Krausschen Satire

Die eigene Stimme. Entwurf einer alternativen ›Schauspielkunst‹ – Die ›sinnliche‹ Verkörperung des Sinnes im affektiven Bannkreis der Stimme – Beifall und Verdächtigung angesichts der ›rätselhaften‹ Identität des Satirikers – Die orale Performance der Satire und ihr Bezug zum Ethischen

E. Aspekte der Performativität in der Antikriegstragödie Die letzten Tage der Menschheit:

Schriftstellerische sowie rezitatorische Strategie im ›Kriegstheater‹ des Ersten Weltkriegs – Vier Erscheinungsformen der performativen Metatheatralik in der Antikriegstragödie – Der »Ursprung« als Ziel des »Epigonen«: Performative Annäherung an das Göttliche

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsnachweis

Personenregister

Pressestimmen

»Die Leistungen der japanischen Germanistik haben sich unter den deutschsprachigen Fachvertretern mittlerweile herumgesprochen. Mit EIJI KOUNOs Die Performativität der Satire bei Karl Kraus kommt eine interessante Arbeit zu diesem Leistungsangebot hinzu. Sie könnte für deutsche Literaturwissenschaftler schon deswegen von besonderem Interesse sein, weil sie – deutsch geschrieben – auch in einem deutschen Verlag erschienen ist.« Rainer Rosenberg, in: Zeitschrift für Germanistik, 2/2016

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