Die Beobachtung des Risikos

Zur Konstruktion technisch-ökologischer Risiken in Gesellschaft und Politik

1999. Abb.; 264 S.
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ISBN 978-3-428-08963-5
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ISBN 978-3-428-48963-3
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Beschreibung

Die moderne Gesellschaft wird zunehmend unter dem Aspekt ihrer Risikopotentiale (z. B. atomare Energiegewinnung, Gentechnologie, groß-formatige Umweltverschmutzungen, BSE und AIDS) beobachtet, dies nicht zuletzt auch aufgrund der massenmedialen Darstellungen. Wie geht die Gesellschaft mit diesen Risiken um, wie werden sie von der Politik gesteuert?

Mangelndes Kausalitätswissen um die Chancen und Risiken neuartiger Technologien bedingt, daß konkurrierende Risikobeobachtungen und politische Positionen sich nicht "objektiv" aus der Sache heraus erklären, sondern vielmehr aus ihrer Einbettung in ein kulturelles Umfeld. So differenziert sich die Gesellschaft in diejenigen, die über Technologien entscheiden, und diejenigen, die sich davon gefährdet sehen. Politik und ihre Verwaltung haben die Aufgabe, für Ausgleich zu sorgen und Risiken in Richtung Sicherheit zu steuern.

Systemtheoretisch wird aber gezeigt, daß in einer funktional differenzierten Gesellschaft die Politik kein Steuerungszentrum mehr darstellt und technologische Entwicklungen nicht gezielt gestalten kann. Die staatliche Risikovorsorge bleibt darauf beschränkt, Rahmenbedingungen zu setzen und die Eigendynamik und -logik technologischer Entwicklungen zu akzeptieren. Des weiteren entlastet sie sich durch Rückgriff auf den wissenschaftlichen Sachverstand (z. B. Grenzwertsetzung). Die öffentliche Politik selbst wird zur "symbolischen Politik", d.h. sie betreibt eine Darstellung politischer Ziele, die den konkreten Entscheidungen gar nicht entsprechen muß und inszeniert Konflikte als notwendigen Anpassungsprozeß an inkonsistente gesellschaftliche Erwartungen.

Der Autor sucht abschließend nach Möglichkeiten, die Rationalität politischen Entscheidens zu steigern. Erstens wird zur Ermöglichung von Verständigung vorgeschlagen, die Ansprüche an die Politik zu reduzieren und Risikobeobachtungen zu entdramatisieren, um nicht verhandelbare Extrempositionen (Sicherheitsversprechen der Experten einerseits, Katastr

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Erster Teil: Die gesellschaftliche Konstruktion von Risiken: Einleitung - Zur Risikosoziologie - Die Theorie der Beobachtung - Zurechnung: Die Beobachtung von Kausalität - Die kulturelle Einbettung von Kommunikation - Zwischenbetrachtung - Zweiter Teil: Das politische System und seine Risikobearbeitung: Die Analyse des politischen Systems - Einrichtungen der Risikobearbeitung - Die Darstellungsleistungen der Politik - Die Rationalität "reduzierter" Politik - Literaturverzeichnis - Sachwortregister

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