Der Wille zur Demokratie

Traditionslinien und Perspektiven

1998. Frontispiz; IV, 475 S.
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Beschreibung

"Wenn man sich in den Kampf begibt für die Demokratie, so ist man nicht mehr Rebell, als der Logos gebietet, daß man es sei" - unter diesem von Ferdinand Tönnies stammenden Motto steht das vorliegende Buch. Es zählt zu jenem Festschriftprojekt für den renommierten Kieler Politologen Wilfried Röhrich, das mit dem Titel "Die Demokratie überdenken" vor einem Jahr begonnen wurde und - nach der Dokumentation des Festaktes vom April 1997 - nun sein Ende gefunden hat.

Der Wille zur Demokratie, der sich im Motto markant verdeutlicht, durchzieht in seiner Variationsbreite die Beiträge des systematisch konzipierten Bandes. Diese sprechen vom politischen Bürgerselbstbewußtsein, von der Kampfseite der Demokratie, vom republikanischen Engagement und von der Demokratie als Lebensform. Der Wille zur Demokratie ist in diesen Beiträgen keine Apologie voluntaristischer Beliebigkeit, sondern die Möglichkeitsbedingung von Demokratie: Ihre Ultima ratio ist das tatsächliche Engagement, und deshalb erweisen sich die Traditionslinien, d. h. die Verankerung in Lebenspraxen, als ebenso bedeutsam wie die systematischen Orientierungen und die internationalen Perspektiven unter dem Aspekt der "Globalisierung".

In diesem Buch rücken somit die eingeschränkten Letztbegründungsmöglichkeiten demokratischer Grundannahmen ebenso in den Blickpunkt der Betrachtung wie die Diskursethik unter demokratietheoretischem Aspekt, hier werden neue demokratietheoretische Einsichten, aber auch Defizite postmoderner Politiktheorien ebenso sichtbar wie die bis zu Ferdinand Tönnies und Hermann Heller zurückreichenden kommunitaristischen Elemente, und hier werden Probleme supranationaler Zusammenschlüsse und Fragen der europäischen Integration ebenso reflektiert auf die Grundthematik bezogen wie die Transformationsprobleme in Osteuropa und in der Russischen Föderation. Insgesamt zum Tragen kommen die interdisziplinären, innenpolitischen, weltgesellschaftlichen und - im letzten Kapitel - die politisch-soziologischen Perspektiven des Willens zur Demokratie in politisch-praktischer und politisch-theoretischer Sicht - entsprechend den Forschungsintentionen und Themenschwerpunkten des umfangreichen Werkes des Jubilars.

Inhaltsübersicht

Inhalt: U. Carstens / C. Schlüter-Knauer, Einleitung. Retroperspektiven der Demokratie - D. S. Lutz, Demokratie und Weltinnenpolitik. Laudatio für Wilfried Röhrich anläßlich seines 60. Geburtstages - W. Röhrich, Demokratie und Verantwortung. Ein Wort des Dankes - E. Forndran, Grenzen der Begründung demokratischer Grundannahmen - E. Weiß, Diskursethische Aspekte zur Demokratietheorie - J. Worpenberg, Mut-Maßungen über das Politische - A. Rüdiger, Die paradoxe Demokratie. Postmarxistische Demokratietheorie mit Derrida - H. Tsioli, Jenseits der politischen Verformung. Identität und Identifizierung in einem demokratischen Integrationsprozeß - W. Reese-Schäfer, Was bleibt nach der Dekonstruktion? Zur postmodernen Politiktheorie - L. Meyer, Der Kommunitarismus. Eine konservativ-linksliberale Schönwettertheorie - C. Bickel, Ferdinand Tönnies und Charles Taylor. Der Soziologe und der Philosoph zu Fragen des Menschen- und Gesellschaftsbildes - W. Kersting, Neuhegelianismus und Weimarer Staatsrechtslehre. Zum kommunitaristischen Etatismus Hermann Hellers - R. Waßner, Zur Philosophie des Staates. Zwei Reden Ernst Cassirers aus seiner Hamburger Zeit - B. Wahrig-Schmidt, Politik als Spiel? Nicht-mechanische Metaphorik und politische Repräsentation bei Thomas Hobbes - C. Schlüter-Knauer / R. Fechner, Der Weltfriede als Ziel politischen Gestaltens. Ferdinand Tönnies und die Weltinnenpolitik - W. W. Mickel, Europäische Integrationspolitik. Elitenkonzept oder demokratische Herausforderung für alle? - K. Busch, Integrationstheorien in Interaktion. Ein synoptischer Ansatz - W. Böttcher, Identität und Demokratisierung. Zum zukünftigen Europa der Regionen - U. Carstens, Das Weltflüchtlingsproblem - E. Kuper, Transnationale Parteienbünde zwischen Partei- und Weltpolitik - R. Uhlig, "Organisation Potentia". Vom gescheiterten Versuch einer internationalen Nachrichtenagentur (1905) - M. Maibach, Nationale Mobilisierung in postkommunistischen Übergangsgesellschaften: Das Beispiel Jugoslawien - W. Eichwede, Rußland im Wandel. Föderation der starken Hand oder Demokratie? - H.-W. Prahl, Unmögliche Politik in der "grauen Gesellschaft" - K.-R. Fischer, Mehr Demokratie möglich machen: die Verfassungsreform in Schleswig-Holstein von 1990 - H.-P. Bartels, Aus 1989 lernen. Anmerkungen zur Parteiendemokratie, zu Links und Rechts und zum Sozialismus - G. Schreib, Die Psychose unserer Zeit. Jenseits der Demokratie lauert der Wahn - T. Petersen, Karl Marx' anthropologisch orientierte Kritik der Industriegesellschaft

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