Der Staat der Moderne

Hans Kelsens Pluralismustheorie

2020. 2., erw. Aufl. 350 S.
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ISBN 978-3-428-18008-0
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ISBN 978-3-428-58008-8
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Beschreibung

Robert Chr. van Ooyen stellt die Staatstheorie von Hans Kelsen in einen neuen Verständniskontext: Hatte die bisherige Rezeption sich mit Kelsen als positivistischem Rechtstheoretiker auseinandergesetzt, begreift der Autor ihn als den politischen Theoretiker, der in den zwanziger Jahren bahnbrechend die Staatstheorie formuliert, die dem Verständnis einer offenen Gesellschaft zugrunde liegt. Von hier aus eröffnet sich erst der Sinn seiner rechtstheoretischen Reduktion des Staates auf das positive Recht, das sich so als bloße »Resultierende« aus dem demokratischen Wettbewerb der gesellschaftlichen Gruppen ergibt.
Die These der vorliegenden Arbeit lautet: Kelsens positivistische Rechts- und Staatstheorie ist eine politische Theorie der pluralistischen Demokratie. Seine normative Staatstheorie ist Teil der (demokratischen) Avantgarde der Moderne und lässt die Traditionsbestände der »Deutschen Staatsrechtslehre« bis heute weit hinter sich.
Der Nachweis erfolgt in drei Schritten: in der direkten Rekonstruktion der Demokratietheorie Kelsens, in der Kritik Kelsens an den Gegnern des Pluralismus von »links« und von »rechts« (insb. Carl Schmitt) sowie in der Rezeption von Eric Voegelin und Ernst Fraenkel, deren Theorien zu Totalitarismus bzw. Neo-Pluralismus ohne die ideologiekritische und pluralismustheoretische Arbeit Kelsens nicht denkbar wären. Neu angefügt sind zwei Kapitel über »Weimar« als Avantgarde demokratischer Verfassungstheorie sowie zur aktuellen Kelsen-Rezeption.

Inhaltsübersicht

Einleitung
1. Verfassung und pluralistische Demokratie
Normative Staatstheorie als Pluralismustheorie – Eine realistische Theorie pluralistischer Demokratie
2. Kritik der Pluralismuskritiker
Linke Pluralismuskritik: Klassengemeinschaft und Geschichtstheologie – Rechte Pluralismuskritik: Volksgemeinschaft und Staatstheologie – Exkurs: Präsidialer Integrator?
3. Rezeption – Totalitarismustheorie und Neo-Pluralismus
Rechte Rezeption: Von Kelsen zu Voegelin – Linke Rezeption: Von Kelsen zu Fraenkel
Zusammenfassung
Literatur- und Sachverzeichnis
Nachtrag
»Weimar« – ein Paradigmenwechsel – Staatslehre ohne »Staat« – Demokratietheorie ohne »Volk«
Autorenhinweis

Pressestimmen

Pressestimmen zur 1. Auflage:

»Ainsi s'explique sans doute la longue occultation d'une des plus éminentes théories démocratiques du vingtième siècle. Heureusement, cette doctrine semble désormais susciter un grand regain d'intérêt dont témoignent, notamment, les travaux de Carlos-Miguel Herrera ou de Robert Christian van Ooyen.« Renaud Baumert, in: Revue française de science politique, Vol. 57, 6/2007

»La reciente publicación de la obra del jurista alemán Robert Chr. Van Ooyen sobre la teoría pluralista del Estado de Hans Kelsen viene a llenar un evidente vacío en la investigación de la teoría política del maestro de Viena.« Luis Villar Borda, Tagung der Academia Columbiana de Jurisprudentia vom 30.3. 2006, Bogota

»Die schon seit geraumer Zeit in der Rechtswissenschaft zu beobachtende Wiederentdeckung Kelsens hat nun auch auf die Politikwissenschaft übergegriffen. Verf. eröffnet ihr einen neuen Klassiker. Aber auch für Juristen gibt es noch viel zu entdecken, nämlich über Kelsens bekannte Rechtstheorie und seine schon weniger bekannte Demokratietheorie hinaus, die noch weithin unbekannte Pluralismustheorie. […] Daß gesellschaftliche Wertedissense, offene Staatlichkeit oder plurale Herrschaftsverhältnisse als ›neue‹ Herausforderungen und mitunter Krisenerscheinungen begriffen werden, hängt vermutlich mit einem Theoriefundus zusammen, der auf die Bildung staatlicher Einheit und nicht auf die Organisation des gesellschaftlichen Pluralismus fixiert ist. Das Buch van Ooyens kommt daher auch für die juristische Staatstheorie zum richtigen Zeitpunkt.« Oliver Lepsius, in: Der Staat, 1/2004

»Dass Kelsens demokratietheoretisches Werk in seinen Bezügen zur Staatstheorie hier eine grundsätzliche und intensive Würdigung gefunden hat, ist äußerst begrüßenswert.« Hans Boldt, in: Neue Politische Literatur, 49/2004

»Daß Kelsen mit seiner Absage an ein homogenes Substrat des ›Staates‹ [...], seiner Auffassung von der Rolle eines politischen Verfassungsgerichtshofes als Element im gewaltengeteilten System der checks and balances und der positiven Würdigung von Parteien und Parlamentarismus nicht nur die Zeitgenossen weit hinter sich ließ [...], sondern gegenwärtig in der wissenschaftlichen Diskussion immer noch vormoderne Vorstellungen anzutreffen sind, ist mehr als verblüffend. Der Hinweis darauf stellt ohne Zweifel ein besonderes Verdienst der Arbeit dar.« Klaus-Gert Lutterbeck, in: Die Öffentliche Verwaltung, 5/2004

»Interessante these.« Rob Devos, in: Tijdschrift voor Filosofie, 3/2003

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