Das Ungeborene im Widerspruch

Der symbolische Schutz des menschlichen Lebens in vivo und sein Fortwirken in einer allopoietischen Strafgesetzgebung und Strafrechtswissenschaft

2015. 967 S.
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ISBN 978-3-428-14515-7
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ISBN 978-3-428-54515-5
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ISBN 978-3-428-84515-6
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Beschreibung

In den 1970er und 1990er Jahren fand die Debatte um die Abtreibung ihren Weg vor das Bundesverfassungsgericht und ein verfassungsgerichtliches Postulat von der Gleichwertigkeit menschlicher Individuen vorgeblich Eingang in das Gesetz. In Identifizierung des Wertungswiderspruchs mit einem Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz nimmt die Autorin die Debatte wieder auf und fragt nach gewichtigen sachlichen Gründen, welche die Ungleichbehandlungen im prä- und postnatalen Lebensschutz zu rechtfertigen wissen.

Ihre differenzierte Analyse einschlägiger Vorschriften zeichnet (jenseits der Nidationsverhütung) das Bild einer symbolischen Gesetzgebung, die Wertungswidersprüche funktionalisiert, um vom Rechtsgüterschutz abweichende Zielsetzungen verwirklichen zu können. Der Preis, den die Rechtsordnung für diese kurzzeitige Verwirklichung latenter Zielsetzungen zahlt, ist die nachhaltige Beschädigung ihrer von einem autopoietischen Anspruch geprägten Identität. Er wird von ihr erst dann nicht länger zu begleichen sein, wenn sich Gesetz und Verfassungskonkretisierung vom Postulat des gleichwertigen Lebensschutzes transparent zu distanzieren wagen.

Inhaltsübersicht

1. Einleitende Bemerkungen – Zweierlei Untersuchungsinteressen

2. Die Schwangerschaftsabbruchsentscheidungen des BVerfG – Verfassungsrechtlicher und strafzwecktheoretischer Diskurs

3. Die Formulierung eines Gebots der Wertungswiderspruchsfreiheit – Aus verfassungsrechtlicher und strafzwecktheoretischer Sicht

4. Die Analyse ausgewählter Regelungen rund um den Schwangerschaftsabbruch auf Wertungswidersprüche – Einleitende Bemerkungen

5. Die medizinisch-soziale Indikation des § 218a Abs. 2 StGB – Verallgemeinerte Umkehrung von Werten

6. Die Tatbestandslösung des § 218a Abs. 1 StGB – Das Etikett der Rechtswidrigkeit

7. Die strafgesetzliche Irrelevanz der Nidationsverhütung – »Verhütung ist Frauensache«

8. Symbolische und allopoietische Strafgesetzgebung – In den Fesseln des Wertungswiderspruchs und Status quo

Literatur- und Stichwortverzeichnis

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