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Das Konzil von Trient und die Moderne
2001. 453 S.
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ISBN 978-3-428-10641-7
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ISBN 978-3-428-50641-5
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Beschreibung

In dem vorliegenden Sammelband wird der Versuch unternommen, das Konzil von Trient in die fundamentale religiöse, kulturelle und politische Bewegung einzugliedern, die im 16. und 17. Jahrhundert alle europäischen Gesellschaften erfaßte. Darüber hinaus werden die Schnittpunkte der Entstehung des modernen Staates und der Wandlung der Kirchenstrukturen mit der Entstehung der Territorialkirchen lokalisiert. Die Beiträge des Tagungsbandes (Ergebnis einer Studienwoche des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient) befassen sich mit verschiedenen Aspekten der Konfessionalisierung und stellen die Frage nach der Bedeutung der Modernisierung durch die vom Konzil von Trient ausgehenden Reformimpulse.

Zu diesem Zweck haben die beiden Herausgeber, Paolo Prodi und Wolfgang Reinhard, die sich beide unter verschiedenen Gesichtspunkten immer wieder mit dem Problem der Modernisierung in der Frühen Neuzeit auseinandergesetzt haben, beinahe provokatorisch einige Paradigmen zur Deutung der modernen europäischen Geschichte eingeführt: Modernisierung, Rationalisierung, Individualisierung und Sozialdisziplinierung. Im Gefolge von Ernst Troeltsch und Max Weber läßt sich heute die Frage stellen, ob das Christentum des Okzidents aktiv an der Entstehung der Moderne beteiligt war, oder ob es sie nur passiv erlebt hat und allein dessen andere Seite, die Tradition, darstellt.

Die einzelnen Beiträge des Tagungsbandes setzen sich mit diesen Paradigmen auseinander: Sie akzeptieren, diskutieren oder verwerfen sie. Besondere Themenkomplexe wie die Beziehungen von Kirche, Reich, Landesfürsten und Konzil, die in Trient neu eingeführten technischen Verfahrensregeln der Konzilsdebatten, die Rolle der neuen religiösen Orden, die veränderte Seelsorge und Volksfrömmigkeit, die Beichte als (Selbst-)Disziplinierung, die nachtridentinische Heiligenverehrung, die Visitation als Instrument obrigkeitlicher Disziplinierung, die reglementierte (und langfristig säkularisierte) Ehe, die Rolle der Frau, der Einfluß des Konzils auf die Naturwissenschaften und Wirtschaftsethik sowie weitere Fragen werden hier neu untersucht. Die Betrachtung erfolgt nicht länger allein in der kirchlich-religiösen oder der weltlichen Sphäre, sondern ist in deren Spannungsfeld eingebettet.

Inhaltsübersicht

Inhalt: P. Prodi, Das Konzil von Trient in bezug auf Politik und Recht der Neuzeit. Eine Einleitung - W. Reinhard, Das Konzil von Trient und die Modernisierung der Kirche. Einführung - K. Repgen, Reich und Konzil (1521-1566) - U. Mazzone, Versammlungs- und Kontrolltechniken - L. Châtellier, Die Erneuerung der Seelsorge und die Gesellschaft nach dem Konzil von Trient - K. Ganzer, Das Konzil von Trient: Antrieb oder Hemmschuh für die Kirche der Neuzeit? - W. Brückner, Die Neuorganisation von Frömmigkeit des Kirchenvolkes im nachtridentinischen Konfessionsstaat - A. Prosperi, Die Beichte und das Gericht des Gewissens - M. Turrini, Recht und Theologie in der Neuzeit; einige Untersuchungsansätze - G. Angelozzi, Das Verbot des Duells. Kirche und adeliges Selbstverständnis - P. Burschel, "Imitatio sanctorum". Oder: Wie modern war der nach-tridentinische Heiligenhimmel? - A. Turchini, Die Visitation als Mittel zur Regierung des Territoriums - C. Nubola, Visitationen zwischen Kirchen und Staaten im 16. und 17. Jahrhundert - A. Conrad, Das Konzil von Trient und die (unterbliebene) Modernisierung kirchlicher Frauenrollen - G. Zarri, Die tridentinische Ehe - V. Reinhardt, Das Konzil von Trient und die Naturwissenschaften. Die Auseinandersetzung zwischen Bellarmin und Galilei als Paradigma - C. Poni, Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Gegenreformation. Die polemische Theologie des Tommaso Bozio - R. Astorri, Das Konzil von Trient im Denken der Kanonisten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts

Pressestimmen

»Die Edition und Präsentation von Ergebnissen internationaler und mehrsprachiger Tagungen stellen ein Redaktionsteam und einen Verlag stets vor große Herausforderungen. Nach großer Erwartung legte der Berliner Verlag ›Duncker & Humblot GmbH‹ die Resultate der 38. Studienwoche (11.–15. September 1995) des ›Italienisch-Deutschen Historischen Instituts‹ in Trient vor. […] Um es vorab zu sagen: Für alle, denen der Zugang zur italienischsprachigen Ausgabe verwehrt war, hat sich das Warten gelohnt.«
Hartmut Benz, in: Die Tagespost, Nr. 120, 05.10.02

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