Cybermobbing

Phänomenologische Betrachtung und strafrechtliche Analyse

2019. 405 S.
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ISBN 978-3-428-15842-3
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ISBN 978-3-428-55842-1
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ISBN 978-3-428-85842-2
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Beschreibung

In dieser strafrechtlich-kriminologischen Untersuchung wird das derzeit viel diskutierte Phänomen Cybermobbing in den Blick genommen. Es kann gravierende Folgen für die Betroffenen haben. Dies zeigen die Ergebnisse zahlreicher empirischer Untersuchungen, die für diese Arbeit ausgewertet wurden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für eine umfassende strafrechtliche Analyse. Sie zeigt, dass den Beleidigungsdelikten und den Tatbeständen zum Schutz des Rechts am eigenen Wort und Bild die größte Bedeutung zukommt. Verwirklicht werden können aber auch Straftaten gegen die persönliche Freiheit, das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die sexuelle Selbstbestimmung, Urkundendelikte und weitere Tatbestände des Kern- sowie des Nebenstrafrechts. Die Delikte werden überwiegend durch die Einzelhandlungen eines Cybermobbingverlaufs erfüllt. Bei einigen Tatbeständen kann aber auch eine Mehrzahl von Einzelhandlungen bzw. der Cybermobbingprozess relevant werden. Die Untersuchung erstreckt sich überdies auf ausgewählte Aspekte des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuchs. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass ein ausreichender strafrechtlicher Schutz vor Cybermobbing besteht, der durch außerstrafrechtliche Regelungen flankiert wird. Eine verschiedentlich geforderte Einführung eines Cybermobbingtatbestandes ist daher entbehrlich; in einzelnen Punkten besteht indes Reformbedarf.

Die Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Promotionspreis 2020 der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie mit einem Preis der Reinhold-und-Maria-Teufel-Stiftung.

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

Fehlen einer eingehenden strafrechtlichen Auseinandersetzung mit Cybermobbing – Ziel der Arbeit – Gang der Darstellung

2. Das Phänomen Cybermobbing

Sprachwissenschaftlicher Ausgangspunkt – Empirische Erkenntnisse über Cybermobbing – Erklärung des Phänomens Cybermobbing – Fazit

3. Definition und Ausprägungen des Cybermobbings

Erarbeitung einer Definition des Cybermobbings – Ausprägungen des Cybermobbings und Abgrenzung verwandter bzw. eigenständiger Cyber-Phänomene – Fazit

4. Strafbarkeit des Cybermobbings de lege lata

Durch Cybermobbing zu verwirklichende Straftatbestände – Ausgewählte Aspekte des Allgemeinen Teils des StGB in Cybermobbingfällen – Fazit

5. Bewertung der gegenwärtigen Strafrechtslage

Erforderlichkeit eines Cybermobbingtatbestandes – Strafbarkeitslücke im Hinblick auf Beeinträchtigungen der Psyche – Straflosigkeit einiger Cybermobbinghandlungen – Angemessenheit der Rechtsfolgen in Cybermobbingfällen – Ausgestaltung als Antrags- bzw. Privatklagedelikt – Exkurs: Präventionsüberlegungen – Fazit

6. Ergebnis der Untersuchung

Literaturverzeichnis, Internetseitenverzeichnis, Stichwortverzeichnis

Pressestimmen

»Insgesamt bietet die vorliegende Dissertation einen guten Gesamtüberblick über die Phänomenologie des Cybermobbings, seine Unterarten aber auch Abgrenzungen zu anderen – ähnlichen – Phänomenen. Hier bekommt man, trotz der Gesetzesnovellierung im Bereich der Beleidigungsdelikte, wertvolle Grundlagen – auch durch einen umfangreichen Fußnotenapparat – vermittelt, die nach wie vor Gültigkeit haben. Die von der Verfasserin formulierten de lege ferenda Vorschläge haben sich zwar teilweise überholt, teilweise geben sie aber Anlass, noch einmal über – noch – bestehende Strafbarkeitslücken beim Cybermobbing nachzudenken und gegebenenfalls weitere Anpassungen vorzunehmen. Eines eigenen Cybermobbingtatbestands bedarf es, hier ist Doerbeck absolut recht zu geben, nicht. « Prof. Dr. Anja Schiemann, in: Kriminalpolitische Zeitschrift, 5/2021

»Die Dissertation von Caprice Doerbeck ist sehr gut. Daran besteht kein Zweifel. Sie bietet einen umfassenden Überblick über das komplexe Thema Cybermobbing und eignet sich insbesondere auch für die Praktiker*innen unter den MMR-Leser*innen. Das Werk gehört damit in die Bibliothek eines dem Strafrecht zugeneigten Informationsrechtlers.« Dr. Jesko Baumhöfener, in: MultiMedia und Recht, 6/2021

»Es bleibt daher nur zu hoffen, dass die gelungene Darstellung insbesondere von denjenigen Kreisen zur Kenntnis genommen wird, die auf politischer und justizieller Ebene über entsprechende Sachverhalte und Reformen zu entscheiden haben.« Prof. Dr. Sönke Gerhold, in: Goltdammer´s Archiv für Strafrecht, 2/2021

»Die Anzahl von Arbeiten, die Cybermobbing nach deutschem Strafrecht bewerten, ist überschaubar. Doerbeck leistet mit ihrer Monografie einen weiteren, wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des Phänomens in Deutschland und zur Gebotenheit strafrechtlicher Reaktionsformen zum Opferschutz.« Prof. Dr. Michael Soine, in: Archiv für Kriminologie, Bd. 245, Nr.3-4/2020

»Das Werk wurde im April 2019 als Dissertation von der Juristischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen angenommen und behandelt das (inzwischen nicht mehr ganz so) neue Phänomen Cybermobbing nicht nur aus juristischer Sicht, sondern gibt zunächst auch einen guten Überblick über die zum Thema bislang erschienenen internationalen empirischen Studien.[...]« Ass.-Prof. Dr. Ingrid Mitgutsch, in: Journal für Strafrecht, 1/2020

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