Carl-Heinrich von Stülpnagel

Offizier und Widerstandskämpfer. Eine Verteidigung

2008. Abb.; 150 S.
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28,00 €
ISBN 978-3-428-12892-1
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Beschreibung

Barbara Koehn untersucht die seit 1978 von namhaften Vertretern der kritischen Historikerschule erhobenen Anschuldigungen gegen den General und Hitlergegner Carl-Heinrich von Stülpnagel, nach denen dieser ein "entschiedener Antisemit" und aktiv Beteiligter an Hitlers Rassenvernichtungspolitik gewesen sei. Sie tritt damit der Grundtendenz besagter Schule entgegen, die ihre Aufgabe vornehmlich darin erblickt, den Antisemitismus und Antidemokratismus der militärischen Anti-Hitlerfronde aufzudecken und überhaupt das Andenken der Wehrmacht zu diskreditieren. Nach gründlicher Lektüre der hier in Frage kommenden Dokumente von der Ostfront und aus dem besetzten Frankreich gelangt die Autorin zu dem Schluss, dass die Beschuldigungen des Generals auf die unzureichende Arbeit seiner Ankläger mit den Quellen zurückzuführen sind: Auf Quellenvergleich wird verzichtet, SS-Propagandatexten oder selbst Fälschungen (OKW) unkritisch Glauben geschenkt und alles, was dem "entschiedenen Antisemitismus" des Generals widerspricht, nicht berücksichtigt. Pauschalisierende Deduktionen ohne gesicherte Quellenabstützung und ohne Berücksichtigung der Zeitumstände (roter und brauner Totalitarismus) ersetzen hier allzu häufig eine objektive Wiedergabe historischer Fakten und verleiten zu falschen Schlüssen. Anhand des Falles Carl-Heinrich von Stülpnagel zeigt Barbara Koehn, dass eine Untersuchung, die auch die damaligen Zeitumstände ohne Ausnahme miteinbezieht und um Nuancierung bemüht ist, zu ganz anderen Resultaten als die kritische Geschichtsschreibung gelangt. Ihre Absicht wäre erreicht, wenn die Anschuldigungen als nichtig erkannt und der Ruf des opferbereiten Hitlergegners Carl-Heinrich von Stülpnagel rehabilitiert an die Geschichte zurückgegeben wird.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: Einleitung - A. Untersuchung des von Christian Streit und seinen Anhängern vorgelegten Aktenmaterials, das Carl-Heinrich von Stülpnagels Tätigkeit an der Ostfront 1941 belasten soll: I. C.-H. von Stülpnagels angeblich aktive Teilnahme an der Vernichtung des osteuropäischen Judentums: Die Beziehungen zwischen dem General C.-H. von Stülpnagel und dem SD in den ersten Tagen des Russlandfeldzugs - Widerlegung der übrigen gegen C.-H. von Stülpnagel erhobenen Vorwürfe, an der Vernichtung der Juden im Osten teilgenommen zu haben - II. Untersuchung der Konvergenz von Antibolschewismus und Antisemitismus im Falle C.-H. von Stülpnagels: Prüfung der Befunde namhafter Forscher, die Konvergenz von Antisemitismus und Antikommunismus bei C.-H. von Stülpnagel betreffend - Betrachtungen über die Rolle sowjetischer Juden im Bolschewismus - B. Anschuldigungen, die sich auf Carl-Heinrich von Stülpnagels Tätigkeit in Frankreich beziehen: I. C. H. von Stülpnagels angebliche Mitschuld an der Deportation der in Frankreich lebenden Juden nach dem Osten: Von Vertretern der kritischen Historikerschule gegen C.-H. von Stülpnagel gerichtete Anklagen, er habe die Deportation der Juden aus Frankreich unterstützt - Geschichte der Judendeportationen aus Frankreich nach dem Osten - General C.-H. von Stülpnagels zwischen März und Juni 1942 getroffene Sühnemaßnahmen - II. C.-H. von Stülpnagels angeblich verordnete massive Geiselerschießungen: Das Verhalten der KPF von 1939 bis 1942, Widersprüche und Provokation - C.-H. von Stülpnagels Sühnemaßnahmen, Divergenz zwischen Ankündigung und Ausführung - Schlusswort - Übersicht - Literaturverzeichnis - Dokumente - Personenverzeichnis

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