Berthold Schenk Graf von Stauffenberg (1905–1944)

Völkerrecht im Widerstand

2001. Frontispiz; 304 S.
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Beschreibung

Berthold Graf Stauffenberg (1905-1944), älterer Bruder des Hitler-Attentäters vom 20. Juli 1944, war eine Persönlichkeit von eigenem Rang, die sich unabhängig von diesem zur Widerstandstätigkeit gegen das NS-Regime entschloß, und ein herausragender Jurist, der sich auf dem Gebiet des Völkerrechts durch viel beachtete Veröffentlichungen einen glänzenden Ruf erwarb.

Im ersten Teil der Arbeit beschäftigt sich der Autor mit Person und Persönlichkeit, beruflichem Werdegang und dem Weg Berthold Graf Stauffenbergs in den aktiven Widerstand gegen die Regierung Adolf Hitler. Die Erfahrungen der Jugend- und Studentenzeit, die Arbeiten am Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, in diversen kriegsrechtlichen Ausschüssen und im Oberkommando der Kriegsmarine sowie die Beteiligung Berthold Graf Stauffenbergs an der Umsturzplanung bilden den Schwerpunkt dieses Abschnitts. Daraufhin stellt Alexander Meyer die Entwicklung der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und internationalen Gerichtsbarkeit sowie die Tätigkeit Berthold Graf Stauffenbergs am Ständigen Internationalen Gerichtshof des Völkerbundes dar. Dieser Teil der Arbeit ist geprägt von Berthold Graf Stauffenbergs größtem juristischen Werk, dem Kommentar des Statuts und des Reglements des Gerichtshofes, und von wichtigen völkerrechtlichen Entscheidungen des Gerichtshofes, die teilweise von Berthold Graf Stauffenberg einer kritischen Betrachtung unterzogen wurden. Schließlich befaßt sich der Autor mit dem Seekriegs- und Prisenrecht. Neben der geschichtlichen Entwicklung wird vor allem das zweite große Werk Berthold Graf Stauffenbergs, die Prisenordnung von 1939, beleuchtet und untersucht. Die prisenrechtlichen Institute des Blockade-, Konterbande- und Seebeuterechts werden in ihrer theoretischen Ausgestaltung und ihrer praktischen Verwendung im Vergleich mit völkerrechtlichem Gewohnheitsrecht gemessen.

Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht: 1. Teil: Person und Beruf: Kindheit und Jugend - Studium der Rechte - Stefan George - Referendariat - Kaiser-Wilhelm-Institut - Ständiger Internationaler Gerichtshof - Zurück am Institut - Studienausschuß für Kriegsrecht - Oberkommando der Wehrmacht - Umsturzplanung - 20. Juli, Verhaftung, Verurteilung, Hinrichtung - Zusammenfassende Würdigung - 2. Teil: Internationale Gerichtsbarkeit: Besonderheiten der internationalen Gerichtsbarkeit - Allgemeine geschichtliche Entwicklung - Der Ständige Internationale Gerichtshof - Die Rechtsprechung des StIGH - Zusammenfassende Würdigung - 3. Teil: Seekriegsrecht / Prisenrecht: Besonderheiten des Seekriegsrechts - Allgemeine geschichtliche Entwicklung - Die wichtigsten Institute - Die Ausgangslage zu Beginn des Zweiten Weltkrieges - Stauffenbergs Prisenordnung von 1939 - Die Praxis des Prisenrechts im Zweiten Weltkrieg - Prisenverfahren und Prisenrechtsprechung - Zusammenfassende Würdigung - Schlußbemerkung - Quellen und Literatur - Personenregister - Sachregister

Pressestimmen

»Der Oberst i.G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907–1944) ist als Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 eine der bekanntesten und leuchtendsten Gestalten der jüngeren deutschen Geschichte. Nicht so sein älterer Bruder, der Jurist Berthold (1905–1944), obwohl in gleicher Weise hoch begabt und engagiert wie sein Bruder, auch er ein Widerstandskämpfer, der an Vorbereitung und Durchführung des Attentats beteiligt war und nach der Verurteilung durch den Volkgerichtshof am 10. August 1944 in Plötzensee ermordet wurde. Man kann noch einen Schritt weiter gehen: ohne seinen ›besten Freund, engsten Vertrauten, juristischen Berater, Bruder‹ wäre Claus Graf Stauffenberg nicht der geworden, der er gewesen ist und der er heute ist: hervorragender Vertreter des ›anderen Deutschland‹ in dunklen Tagen. Das herausgearbeitet zu haben, ist das Verdienst dieser bemerkenswerten und schönen Dissertation, die bei Wolfgang Graf Vitzthum in Tübingen entstanden ist. […] Obwohl man Berichte über den dramatischen Ablauf der Vorgänge um den 20. Juli 1944 schon hundertmal gelesen hat, ist die Lektüre dieser Passagen – aus der Sicht eines bisher kaum bekannten Mitwirkenden – doch wiederum ausgesprochen spannend und ergreifend.«
Prof. Ulrich Karpen, in: Juristenzeitung, 8/2002

»Leben und Tod dieses – man kann das ohne Pathos sagen – heldenhaften Widerstandskämpfers, Berthold von Stauffenberg, sind so eindringlich aufgezeichnet, daß nicht nur die überkommenen, familiären und so moralisch gefestigten Grundregeln seines Wesens und seiner Entwicklung in subtiler Weise klar werden, sondern vor allem auch seine charakterliche Festigkeit, man möchte sagen Unbeugsamkeit, die so auch in fast überhöhender Ruhe zu seinem Ende führten. Aber auch äußere und spätere Einflüsse, wie seine Zugehörigkeit zum Kreis um Stefan George, prägten sein Verhalten und seine Entschlüsse. […] Dem Autor ist es eindrucksvoll gelungen, diesen Grundsätzen des wertgebundenen Lebens – bis zum Tode – in der Figur des Grafen Gestalt zu geben. Sicherlich hat zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen, daß sie von Wolfgang Graf von Vitzthum als Doktorvater betreut wurde, dessen Untersuchungen und Stellungnahmen zu Fragen des Widerstandes gegen das NS-Regime kaum besonderer Erwähnung bedürfen. Diese wissenschaftliche Unterstützung soll deshalb erwähnt sein, weil sie ein Zeugnis dafür liefert, wie beste akademische Partnerschaft eine so eindrucksvolle Arbeit zu abgerundetem, vollem Erfolg führen kann.«
Karl Doehring, in: George-Jahrbuch, Bd. 5 (2004/2005)

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