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Verlagschronik des Verlages Duncker & Humblot

1798


Heinrich Frölich kauft vom Buchhändler Friedrich Vieweg dessen Berliner Privileg und gründet damit eine eigene Verlagsbuchhandlung.

Privilegübertragung  Transkription: [...] Vieweg verkauft, da er Ostern 1799 nach Braunschweig übersiedeln will, sein Geschäft an Heinrich Frölich aus Braunschweig und bittet um Übertragung seines Privilegii auf Frölich. Heinrich Frölich erhält den Übertrag des Privilegii von Friedr. Vieweg dem Älteren am 9. August 1799. [...]

Abb. 1: Privilegübertragung Vieweg an Frölich

1805


Frölich beruft zu seiner Entlastung den 26jährigen Carl Friedrich Wilhelm Duncker als Mitarbeiter nach Berlin. Nach Frölichs Tod übernimmt Duncker die Geschäftsführung.

Carl Friedrich Wilhelm Duncker

 

Abb. 2: Carl Friedrich Wilhelm Duncker                                                                                         

1809


Gemeinsam mit seinem Freund Peter Humblot erwirbt Duncker den Verlag, der seitdem als Duncker & Humblot firmiert.

Epimendies Erwachen Nach den Befeiungskriegen 1813–14 erlebt der noch junge Verlag eine erste Blütezeit, in der bedeutsame literarische Werke verlegt werden: Goethes »Des Epimenides Erwachen« (1815); E. T. A. Hoffmanns »Die Elixiere des Teufels« (1827) und Joseph von Eichendorffs »Dichter und Gesellen« (1835). Doch der Programmschwerpunkt liegt schon damals auf den Wissenschaften, insbesondere auf dem Gebiet der Philiosphie (erste Hegel-Gesamtausgabe) und Geschichte (Beginn der Zusammenarbeit mit Leopold von Ranke)

Abb. 3: Titelseite »Des Epimenides Erwachen«

1866


Der Verlag geht von Carl Duncker an Carl Geibel und Sohn über, die den Verlag nach Leipzig verlegen.

ADB Die Zusammenarbeit mit Ranke wird intensiviert und 1869 die Herausgabe einer »Allgemeinen Deutschen Biographie« im Verlag Duncker & Humblot beschlossen. Ab 1870 werden die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in das Programm des Verlages aufgenommen. In dieser Zeit beginnt die Zusammenarbeit mit Gustav von Schmoller und dem Verein für Socialpolitik.

Abb. 4: Titelseite der »Allgemeinen Deutschen Biographie« 1875

1910


Nach dem Tod Carl Geibels tritt dessen Sohn Stephan Franz Carl Geibel an die Spitze des Verlages und verlegt dessen Sitz nach München. Wissenschaftlicher Verlagsleiter wird der Rechtsanwalt Dr. phil. Ludwig Feuchtwanger, ein Bruder des Schriftstellers Lion Feuchtwanger. Unter Feuchtwangers Leitung können viele namhafte Autoren an den Verlag gebunden werden, etwa die Wirtschaftswissenschaftler Joseph Alois Schumpeter und John Maynard Keynes oder die Soziologen Werner Sombart und Georg Simmel. Auch Max Weber veröffentlicht wesentliche Werke im Hause Duncker & Humblot. So erscheint etwa »Politik als Beruf« im Jahr 1915. Unter Feuchtwanger beginnt auch die Zusammenarbeit mit dem Staatsrechtler Carl Schmitt.

1938


Nach der »Machtergreifung« der Nationalsozialisten muss Ludwig Feuchtwanger seine Tätigkeit einstellen. Nach einer kurzen Internierung im Konzentrationslager Dachau emigriert er nach England, wo er 1947 stirbt. 1938 erwirbt Dr. Johannes Broermann den Verlag von Stephan Franz Carl Geibel und verlegt dessen Sitz nach Berlin zurück. Während des Zweiten Weltkriegs steht der Verlag zeitweise vor dem Aus. Nur durch den unermüdlichen Einsatz Broermanns kann die Arbeit fortgeführt werden.

1947


Mit der Lizenzerteilung durch die amerikanische Militärregierung wird die verlegerische Tätigkeit nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder aufgenommen. 47/48 kommt es zum Beginn der Herausgabe der »Neuen Deutschen Biographie«, dem Nachfolgewerk der »Allgemeinen Deutschen Biographie«. Auch die Schriften des neugegründeten Vereins für Socialpolitik werden übernommen. Durch großes verlegerisches Geschick entwickelt sich Duncker & Humblot in den Folgejahren zu einem der bedeutendsten rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Verlage. So fällt die Gründung zahlreicher renommierter Schriftenreihen und Zeitschriften in diese Periode. 

 1984


Nach Broermanns Tod übernimmt dessen Neffe, Professor Dr. h.c. Norbert Simon, die Leitung des Verlages. Unter seiner Ägide kann die Buchproduktion von ca. 180 auf über 350 Titel pro Jahr gesteigert werden. Der Verlag festigt seine Position als renommierter Wissenschaftsverlag. 

 2005


Dr. Florian R. Simon (LL.M) tritt an der Seite seines Vaters in die Geschäftsführung ein und wird geschäftsführender Gesellschafter. Duncker & Humblot beginnt 2008 damit, auch in elektronischer Form zu publizieren. 2010 startet zudem die »Duncker & Humblot eLibrary«.